Milchsauer eingelegter Knoblauch




Es ist allgemein bekannt, dass Knoblauch eine Reihe von wichtigen
Bestandteilen enthält, die unserer Gesunderhaltung
dienen (vgl. Zeit-Fragen, Nr. 41). Eine Art, im Herbst und
Frühwinter frischen Knoblauch zu konservieren, ohne den Gehalt an
Vitaminen und anderen wertvollen Stoffen zu beeinträchtigen, ist
die Methode der milchsauren Gärung. Sie gilt als das natürlichste
Verfahren, Gemüse haltbar zu machen, und findet zum
Beispiel Anwendung bei dem jedermann bekannten Sauerkraut.
Dass sich nahezu jedes Gemüse auf diese Weise konservieren lässt,
ist aber heutzutage wenig bekannt.
Dabei machten schon seit alters viele Völker Gemüse auf diese Art haltbar
und überbrückten so nicht selten auch Mangelzeiten und Versorgungslücken.
Milchsaures Gemüse ist vom ernährungswissenschaftlichen Standpunkt aus sehr wertvoll.
Fachleute nennen es sogar «Rohkost in veredelter Form», was nicht verwundert,
wenn man bedenkt, dass nicht nur alle wesentlichen Inhaltsstoffe der frischen Pflanze
erhalten bleiben, sondern zusätzlich noch Vitamine wie Vitamin C und Vitamin B12 neu gebildet werden
und Enzyme entstehen, die eine positive Wirkung auf den Verdauungsprozess haben.
Durch die Verwendung von relativ viel Salz beim milchsauren Einlegen
wird die Vermehrung der sich in der Luft und auf der Gemüseoberfläche
befindenden Milchsäurebakterien derart beschleunigt, dass das Wachstum anderer,
unter Umständen auch schädlicher Bakterien, wie zum Beispiel
des Botulinum-Bakteriums, verhindert wird.
Daher ist diese Methode der Konservierung auch eine sehr sichere.
Knoblauch erhält durch milchsaure Gärung eine feinen, nussartigen Geschmack,
und das «Geruchsproblem» wird abgemildert.
Wie bei allen Arten der Konservierung sind auch hier einige Grundregeln zu beachten:

· nur wirklich frisches und einwandfreies Gemüse verwenden
· Gläser gründlich reinigen und mit kochendem Wasser ausspülen
· Schraubdeckel müssen absolut rostfrei sein (Rost zerstört Vitamin C)
· Gummiringe von Weckgläsern müssen 100 Prozent unbeschädigt sein und ausgekocht werden
· Gläser immer nur zu 4/5 füllen

Zutaten für etwa 150 ml

· 4-5 Knoblauchknollen
· 1 TL Einmachgewürz (oder Senfkörner plus Lorbeerblatt)
· lauwarmes Salzwasser (15g Salz auf 1Liter Wasser)

Zubereitung

Wasser aufkochen und Salz darin auflösen, dann zum Abkühlen beiseite
stellen; anschliessend Knoblauchzehen vorsichtig schälen,
so dass sie möglichst unverletzt bleiben, und zusammen mit den Gewürzen in das Glas schichten,
bis etwa 3 cm unter den Rand (Gärung braucht Platz);
Salzwasser (lauwarm!) dazugiessen, bis die Knoblauchzehen bedeckt sind.
Das Glas fest verschliessen und etwa 1 Woche an einen dunklen, zimmerwarmen Ort stellen.
(Man kann zum Beispiel eine Schachtel darüberstülpen.)
Dabei sollte man gelegentlich nachschauen, ob sich schon kleine Luftbläschen im Glas bilden.
Diese zeigen an, dass der Gärungsprozess eingesetzt hat. Danach kühlstellen und weitere 6 Wochen ruhenlassen.
Dann ist der Knoblauch essbereit.

Haltbarkeit und Verwendung

Milchsaurer Knoblauch hält sich bis zu 11/2Jahre.
Wie bei allen konservierten Lebensmitteln muss man jedoch auch bei milchsauer eingelegten
Gemüsen regelmässig nach dem Rechten sehen.
Angebrochene Gläser sollten im Kühlschrank aufbewahrt werden und möglichst innerhalb
von 4 bis 6 Wochen verbraucht werden.
Verwendung findet milchsauer eingelegter Knoblauch so wie frischer,
zum Beispiel in Salaten oder Brotaufstrichen. Natürlich kann er auch zum Kochen
verwendet werden, wobei allerdings wichtige Inhaltsstoffe verlorengehen.

Ein Verwendungsbeispiel: Knoblauch-Kerbel-Butter

125 g weiche Butter cremig rühren und
6 grosse milchsauer eingelegte Koblauchzehen durch die Presse drücken und untermischen.
2 Handvoll Kerbel (wahlweise auch Petersilie, Schnittlauch, Dill oder gemischte Kräuter) waschen,
trockentupfen und fein zerkleinern und unter die Knoblauch-Butter-Mischung geben.
Anschliessend mit 1/4 bis 1/2 Teelöffel Salz würzen.
Köstlich zu frischem Brot, Pellkartoffeln, Teigwaren und
allen Gemüsen, die gut mit Knoblauch harmonieren!




	


Letzte Änderung: 30.10.2002 22:00:13 - Autor: ingrid - Letzter Autor: edda/ingrid
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