Das Gleichnis vom FischmarktÜbergewicht entsteht ursächlich(!) nämlich nicht durch zuviel Ernährung und zuwenig Bewegung. Das sieht nur so aus, weil in unserem Körper etwas defekt ist. Ich will das mal anhand eines Gleichnisses erklären (Das hat ja vor zweitausend Jahren auch ganz gut geklappt ;) Nehmen wir mal den Fischmarkt in Hamburg, der paßt so schön zum Schwertfisch... ;) (Lokalpatrioten mögen mir die eine oder andere Unstimmigkeit verzeihen, es geht nur ums Prinzip): Am Hamburger Fischmarkt wird jeden Tag eine Unmenge Fisch angelandet, der in den Hallen zwischengelagert wird, dort von fleißigen Helfern ausgepackt, sortiert, palettiert und zum Verkauf präsentiert wird. Käufer kommen zu Hunderten, schauen sich die Ware an, kaufen sie und nehmen sie mit. Was nicht verkauft wird, wird entsorgt. Eines Tages stimmt etwas nicht mit dem Fischmarkt. Die Ware wird immer noch angelandet, auch die Käufer kommen in Scharen, ziehen aber alle wieder mit leeren Händen ab. Die Ware bleibt liegen und verstopft das Lager. Die Fischer landen auch weiterhin ihre Ware an, aber weil niemand etwas kauft und die Entsorgung offenbar auch nicht klappt, ist bald die ganze Halle voll und die Ware muß außen aufgetürmt werden. Das Schwertfischkonzept geht nun (wie alle Konzepte die auf der Kalorientheorie basieren) davon aus, daß man das Problem nur lösen kann, indem man den Fischern beibringt, weniger Fisch anzulanden und mehr Kunden in den Markt schickt, damit mehr gekauft wird. Ja man geht sogar soweit, daß man ganze Schulungen und Seminare für Fischer und Kunden anbietet, um möglichst viele davon zu überzeugen, was sie tun müssen. Ich denke, jedem ist klar, daß hier etwas ganz gewaltig stinkt. Nein, nicht der Fischberg. Der stinkt natürlich auch, aber uns geht es ja ums Prinzip. ;) Was hier stinkt, ist das niemand die Frage stellt, was denn zum Teufel in den Hallen eigentlich passiert? Warum gehen die Kunden wieder mit leeren Händen? Warum wird nichts mehr verkauft? Jedem von uns ist klar, daß man diese Fragen klären muß und daß es blanker Unsinn ist, die angelandete Fischmenge zu reduzieren und mehr Kunden in den Markt zu jagen. Solange die Frage, was im Fischmarkt los ist, nicht geklärt ist, kann man damit das Problem bestenfalls erleichtern oder aufschieben. Es ist jedem ganz klar, daß man hier die URSACHE des Fischmarktproblems finden muß und daß die bisherigen Vorschläge zur Lösung des Problems nur die FOLGEN eine Zeitlang unterdrücken. Was also ist die URSACHE? Was ist los im Fischmarkt? Nun - im Grunde etwas ganz einfaches. Die Betreiber hatten einen Vertrag mit einer Wartungsfirma, die die Hubwagen und Stapler in Schuß hält, die für den Transport der Ware gebraucht werden. Leider bezahlte der Fischmarkt dieser Firma viel zu wenig, so daß sie nur noch ungeschulte Mitarbeiter schicken konnte die ziemlich viel Murks bei der Wartung der Stapler bauten. Nach und nach fielen immer mehr Stapler aus und die Zusammenstellung der Ware wurde immer mühsamer. Die Kunden fanden den Fisch nicht mehr, den sie haben wollten und zogen mit leeren Händen wieder ab. Irgendwann fielen auch die letzten Stapler aus und kein Kunde bekam mehr Ware zu sehen. Stattdessen füllte sich das Anlieferungslager immer weiter mit Rohmaterial und den Rest der Geschichte kennen wir ja schon. Die URSACHE des Problems war also weder die angelieferte Fischmenge noch die Menge der Käufer. Die eigentliche, letztendliche, finale URSACHE war, daß die Wartungsfirma nicht mehr arbeiten konnte, weil man ihr zuwenig Geld bezahlte. SCHULD an der Misere war der Fischmarkt selbst - bzw. derjenig, der festlegt, wieviel Geld die Wartungsfirma zu bekommen hat. Hätte man die Wartungsfirma vernünftig bezahlt, wäre es nie zu der Katastrophe gekommen. Wie sieht aber nun eine sinnvolle Lösung des Problems aus? Ich denke, das ist jedem klar: Man muß die Wartungsfirma besser bezahlen, dann kann sie auch wieder geschultes Personal schicken. Die Stapler laufen wieder und auch der Fischmarkt kommt wieder in Schwung. Die Überbestände können von den Staplerfahrern langsam weggeschafft werden - jedenfalls wenn sie Zeit haben und nicht gerade neue Ware entladen müssen. Das ist eine dauerhafte und ursächliche Lösung des Problems. Solange die Wartungsfirma ordentlich bezahlt wird (auch wenn das nicht immer einfach ist) wird der Fischmarkt dieses Problem nie mehr haben... (Falls jemand Schwierigkeiten mit dem Gleichnis hat, weil er meine Meinung zu den Ursachen des Übergewichts noch nicht kennt, hier ein paar Erläuterungen: Der Fischmarkt ist natürlich der eigene Körper. Die angelandete Fischmenge ist steht für die Nahrungsmenge bzw. deren Kalorien. Die Kundenmenge repräsentiert den Kalorienverbrauch, also Sport und Bewegung. Die Wartungsfirma und die vielen Helfer im Fischmarkt stehen für unseren Stoffwechsel, der genauso funktioniert: Die einen sind von den anderen abhängig. Fällt einer aus, können die anderen Feierabend machen oder müssen improvisieren. Die Bezahlung der Wartungsfirma entspricht der Versorgung unseres Stoffwechsels mit biologischen Wirkstoffen.)
Letzte Änderung: 14.5.2004 21:43:53 - Autor: Sabsi/Ingrid - Letzter Autor: Daniel/Ingrid |
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