Sabsi


Ich bin 1976er Jahrgang, habe eine Ausbildung zur PKA gemacht, studiere an der RWTH und lebe mit meinem Freund zusammen. Ich hatte auch schon abenteuerliche Ernährungszeiten:

Ich bin zum Glück wenig vorbelastet. Ich habe nie Fertigbrei, Babynahrung, Zuckerwasser oder anderes Fertigzeugs zu Hause bekommen. Als Kind war ich dünn, meine Mutter gab früher Turn- und Gymnastikstunden und ich ging zu vielen mit. Kurz vor meiner Einschulung zogen wir um, wodurch ich nicht mehr viel spielen ging und aus Langeweile zu viel aß. Bis zur vierten Klasse war ich dann pummelig und mit 13 wog ich 77kg bei etwa 1,66m und begann eigenständig eine Ernährungsumstellung. Ich wusste (zu meinem Glück :) ) nicht viel zum Thema abnehmen und beschloss daher nur noch zu essen, was ich gern mochte (überwiegend Früchte) und alles andere zu vernachlässigen; aß nicht mehr nach 18:00 Uhr - vor allem nicht warm. So nahm ich in den nächsten Monaten 16kg ab. Mit 16, während eines Jahrespraktikums, musste ich immer zu Mittag und Abend warm essen. Innerhalb dieses Jahres nahm ich etwa 13kg zu und begann dann meine Umstellung erneut (Ergebnis 53.5kg bei 1,72cm). Seit ich 18 bin esse ich kein Fleisch mehr, denn ich habe es nie gemocht (sagt meine Mum), und backe selber mein – nicht vollwertiges – Brot, so hat sich mein Gewicht bei 58kg eingependelt. Viel Rohkost gehörte bei mir auch dazu, jedoch alles ohne Hintergrundwissen.

Nach meiner Ausbildung arbeitete ich in einer Apotheke mit angeschlossenem Reformhaus. Durch meine Arbeit habe ich dann vermehrt auch Nahrungsmittel aus kontrolliert-biologischem Anbau gekauft.   Nachdem ich im Frühjahr 2003 wieder, rein intuitiv, auf einen großen Anteil Frischkost umgestellt hatte und mir durch das Vollwertforum mehr Zusammenhänge klar wurden - Tierhaltung, Zucker, Auszugsmehl und Co. - habe ich versucht rundum vegan vollwertig zu leben. Nicht nur bei der Zubereitung, sondern auch Chemie bei den Lebensmitteln und beim Anbau zu vermeiden. Ich hatte mit Beschwerden zu kämpfen, was ich auf die Umstellung schob: Stoffwechselprobleme, schlechtere Aufnahmefähigkeit und  Konzentration, Verdauungsprobleme, geschwollene Lymphknoten. Besonders nach Frischkost-Wochen fiel auf, wie mir die normale Vollwertkost auf den Magen schlägt. Wusste schon nicht mehr, was man mir noch zu essen geben kann und der Salat kam mir zu Ohren und Füßen wieder raus.  Ich hatte mir zuviel vorgenommen: vollwertig, vegan, umweltbewusst etc. und da ich konsequent bin wollte ich gleich perfekt sein.   Erst durch einen größeren Rückschritt ging es mir wieder richtig gut. Vor allem durch den Verzicht auf FKB und selbstgebackenes Brot, die beide für mich absolut unverdaulich sind und meine Verdauungsorgane erheblich überlasten.

Im Gegensatz zu den Jahren als Puddingvegetarier esse ich jetzt schon besser: mit einem größeren Frischkost-Anteil als damals schon, gekauftem Teil-Vollkornbrot, wenigen Sojaprodukten (solange nicht versucht wird den Fleischgeschmack zu treffen) und Vollkornreis und -nudeln, viele Bioladenprodukte und wenig Supermarktprodukte. Also überwiegend vegan und überwiegend vollwertig. Es gibt i.d.R. drei Mahlzeiten: Brot mit Gemüserohkost/Salat, Obstrohkost und Nüsse, etwas gekochtes/gebackenes; und mit der Regelmäßigkeit kehrte auch Ruhe und Gelassenheit ein und die Beschwerden sind verschwunden. Allerdings scheitern weiterhin die Versuche FKB einzubauen, genauso wie etwas 100% vollwertiges zu backen, so dass ich mit 1050-er Typenmehl arbeite.


Letzte Änderung: 17.11.2004 15:54:42 - Autor: Sabsi - Letzter Autor: Sabsi
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