Noch mal: Mittag in der Schule

Alles zum Thema Vollwerternährung, was nicht in die anderen Foren paßt, bspw. vollwertig Urlaub machen, Umgang mit Familie, Freunden, Kritikern, Befürwortern.

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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Micaela » Mo 8. Feb 2010, 06:44

Guten Morgen,

zu diesem Thema können wir ein Buch schreiben :? .

Unser Großer war der einzige Vegetarier auf der Grundschule. Teilweise stand er als Erstklässler heulend vor den Küchenfrauen, weil es für ihn wieder kein Mittag-Essen gab, bzw. nur trockene Kartoffeln. Wir hatten von Anfang an Kontakt mit der Lieferfirma und der Schule. Nach 3 Jahren und viel Theater hat es dann auch ziemlich gut geklappt 8) . Den Süßkram haben wir nicht rausbekommen, das war mit dem Klassen- und Schulumfeld nicht zu machen. Wir haben nach langer, langer Wartezeit zum September einen Platz an der Freien Montessori Schule in Pankow erhalten und sind alle absolut glücklich - einige Pädagogen sind Vegetarier, für unseren Großen (der sehr stark in seiner Meinung ist) hat damit der ewige Kampf und die blöden Kommentare aufgehört. Das Essen ist ansatzweise vollwertig, Süßigkeiten gibt es wie immer und überall, auch wenn in der Schule darauf geachtet wird, dass es nicht überhand nimmt. Das Schulgeld (welches nicht ohne ist) ist jeden Cent wert!

Kalte und müde Grüße
Micaela
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Alex7873 » Mi 20. Okt 2010, 15:48

hallo zusammen,

hole diesen thread mal wieder hoch, weil ich mit dem thema aktuell auch mal wieder sehr konfrontiert werde. tipps usw. brauch' ich keine, kann die lage eh nicht ändern und kämpfe derzeit ohnehin schon an anderen baustellen.....
mein bericht ist eher eine art virtuelles dampfablassen :mrgreen: , und natürlich dient er der solidarität mit "leidensgenossen".... :)

meine tochter (8) besucht seit diesem schuljahr die ganztagsklasse. zuerst habe ich ihr das mittagessen immer von zuhause mitgegeben (wurde auch erlaubt). doch dann wurde sie zunehmend deswegen von mitschülern gemobbt und erhielt keinerlei rückendeckung von der schule (die klassenlehrerin meinte, es sei "normal", dass die anderen ihr essen als "stinkend" betiteln, und sowas könne sie "nicht verbieten" usw.). dann habe ich sie notgedrungen für das schulessen angemeldet - "darf" also nun geld zum fenster rauswerfen, damit sie dann in der schule so zeug kriegt wie pfannkuchen mit nutella und apfelmus.....
hab' die entscheidung getroffen, weil auch das psychische wohlbefinden wichtig ist, man gewisse vorgänge in der heutigen gesellschaft einfach nicht leugnen kann und ich von einem 8-jährigen kind einfach nicht verlangen will, so krass gegen den strom zu schwimmen (umso schneller würde sie sonst womöglich komplett das interesse an der vwk verlieren). ich sehe an mir selber, dass alleine die "perfekte ernährung" nicht zwingend zu gesundheit führt, da gehört noch viel mehr dazu.....

heute aber kam echt der abschuss: die klasse hat im einkaufszentrum ein lied gesungen, und dort wurden sie dann "verköstigt" mit burgern von mc***, cap*i-sonne und gummibärchen!! die kinder werden also regelrecht herangeführt an dieses zeug.
naja, hab's nur erzählt - werde mich hüten, mich da wie früher groß reinzusteigern und zu ärgern....
lebe meiner tochter nach wie vor gesunde ernährung vor, und sie ist "privat" auch immer noch sehr begeistert davon. :D
Liebe Grüße,

Alex
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Schmetterling » Mi 20. Okt 2010, 16:05

Hallo Alex,
ich habe zwar keine Kinder, aber einen deutlich jüngeren (16 Jahre jüngeren) Bruder.
Ich finde Deine Entscheidung gut, auch wenn es sicherlich schwer für Dich ist, was ich gut verstehen kann, aber ich sehe es so wie Du, dass die Psyche des Kindes eben auch sehr wichtig ist und wenn das Kind aufgrund seines anderen Essens so krass gemobbt wird, dass es psychisch krank wird mit allen möglichen Konsequenzen dann hilft das vollwertige Essen eben auch nichts mehr.
Insofern Kopf hoch, reg Dich nicht zu sehr auf und bleib bei Deiner Entscheidung :) . Dein Kind ist Dir sicherlich dankbar, dass es jetzt wieder mehr integriert ist!?
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Alex7873 » Mi 20. Okt 2010, 16:21

hallo schmetterling,

danke für deine liebe antwort! :)
abgesehen vom essen gab's ja auch weiters keine integrationsprobleme.
und meine tochter sagt jedenfalls von sich aus, dass sie die ganz "krassen" sachen nicht nimmt, und ansonsten hat sie ja noch eine vollwertige brotzeit dabei und kriegt zuhause täglich fkb, salat und ein warmes vollwertiges gericht.
das schulessen gibt es von mo.-do., die restlichen tage und in den ferien ist das essen dann ja auch wieder so gut wie immer o.k. :)
Liebe Grüße,

Alex
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Indeego » Do 21. Okt 2010, 11:27

Alex7873 hat geschrieben:heute aber kam echt der abschuss: die klasse hat im einkaufszentrum ein lied gesungen, und dort wurden sie dann "verköstigt" mit burgern von mc***, cap*i-sonne und gummibärchen!! die kinder werden also regelrecht herangeführt an dieses zeug.
naja, hab's nur erzählt - werde mich hüten, mich da wie früher groß reinzusteigern und zu ärgern....
lebe meiner tochter nach wie vor gesunde ernährung vor, und sie ist "privat" auch immer noch sehr begeistert davon. :D



Hallo Alex,

klar ist das andere mindestens genau so ein Schrott, aber mit diesem Essen wird meiner Meinung nach auch noch diese "Marken-Hörigkeit" gefördert.
"Es schmeckt nur von XY so gut"
Darüber würde ich schon mit denen mal ein Wörtchen reden...(ich verstehe aber auch, wenn Du es auf Grund Deiner anderen fiesen Baustellen nicht machts).

Es regt mich einfach auf, dass die Firmen schon in den Kindergärten und Schulen die Kinder "anfixen". Bei einer Bekannten im Kindergarten gab es eine Woche lang für die Kleinen Actimel umsonst....prima, danach war das Gequengel zu Hause natürlich riesig, weil die Kinder das auch weiterhin haben wollten!
Viele Grüße,
Indeego

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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Alex7873 » Do 21. Okt 2010, 12:39

hallo! :D

nein, ich werde da mit gar niemandem reden.... habe einfach keinen bock mehr auf irgendwelche kämpfe gegen windmühlen, brauche meine energien eben wie gesagt für was anderes.....

ich finde, es geht nicht "nur" darum dass die firmen die schulen "anfixen", sondern die schulen lassen das zu bzw. unterstützen diese vorgehensweise sogar noch!

naja, zuhause gibt es da keine kompromisse, da bleibe ich konsequent; zum glück isst meine tochter nach wie vor sehr gerne und mit gutem appetit unsere vollwertkost. :)
Liebe Grüße,

Alex
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon laetice » So 24. Okt 2010, 20:40

hallo,
ich aergere mich auch z.z. aktuell, dass die ansonstenr echt nette lehrerin unserer tochter gummibaerchen als belohnung austeilt :twisted: wir haben es schon angesprochen, dass es uns nicht passt, aber wie schon gesagt wurde, man wuerde dadurch sein kind ausgrenzen...
ich gestehe ehrlich, dass ich wegen des mittagessens mein kind nicht in die mittagsbetreuung gebe, lieber arbeite ich z.z. weniger...ein opfer, von dem ich nicht weiss, ob es sich letztlich lohnt, :? ,...aber das essen ist wirklich nicht gut.
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Alex7873 » Mo 25. Okt 2010, 20:57

@laetice

mit diesen leidigen belohnungen habe ich mich auch schon genug rumgeärgert, vom kindergarten an. ich hatte dann immer "alternative" belohnungen deponiert....

wie alt ist dein kind denn?

meine tochter ist jetzt 8, und bislang habe ich echt alles menschenmögliche getan, um sie gesund zu ernähren. aber was nicht geht, geht einfach nicht, wir können die realität nicht leugnen. überdies bin ich alleinerziehend, da hat man nochmals ein paar grenzen mehr in der bewältigung des alltags.

ich wünsche dir, dass du noch so lang wie möglich um minderwertiges essen rumkommst und es deinem kind dabei gut geht! :)
Liebe Grüße,

Alex
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon rybenka » Di 26. Okt 2010, 05:44

Hallo zusammen,

also diese ganze Sache mit den Kindern regt mich so tierisch auf... Da ich in der Regel ein konsequenter Mensch bin, habe ich mich entschlossen, einen sauteuren Allergietest zu machen. Darüber habe ich hier geschrieben. Der hauptsächliche Zweck war, ein Papier in der Hand zu haben, das mein Kind vor solchen Angriffen auf seine Gesundheit bewahrt. Allergien sind doch mittlerweile salonfähig. Ich habe die Allergenliste (meine und rybenkas im Vergleich) im Kiga vorgezeigt, und siehe da, nun darf ich ohne Probleme das Essen mitgeben.

rybenka ist ansonsten schon soweit, dass sie die meisten Süßigkeiten, insbesondere Gummibärchen, von sich aus ablehnt - und die wohlmeinenden Erwachsenen mit den richtigen Worten abserviert :lol: - mann, bin ich stolz!!! Ich hoffe, dass das auch in der Schule mal so bleibt. Ich weiß noch nicht, wie ich es dort mache mit dem Mittagessen. Ich möchte sie schon gern in den Hort geben, aber vielleicht erlaubt die Hortleitung, dass sie zum Essen zwischendurch nach Hause geht, es sind ja nur 400 Meter.

Ansonsten bestärke ich mein Kind in seinem Anderssein (das nicht nur das Essen, sondern auch bestimmte Interessen, Schwachstellen und Begabungen betrifft). Denn ich bin der Meinung, anders sein bedeutet nicht zwangsläufig, Außenseiter zu sein. Und zum Mobben gehört auch immer der oder die dazu, die sich lässt. Ich schöpfe da persönlich aus einem reichen Erfahrungsschatz, den meine Kleine mit nutzen kann. Meine schwerste Zeit war in der Grundschule, und das wird bei meiner Maus wahrscheinlich genauso. Aber mit einem gesunden und von mir gepflegten Selbstvertrauen, cleveren Konfliktlösungsstrategien und gleichzeitig der Erziehung zur Toleranz wird sie es besser packen als ich damals.

Ganz wichtig finde ich aber, dass unsere Vollwertkinder mal erfahren, dass es noch mehr Leute wie uns gibt - damit sie sich einfach mal bestätigt fühlen können. Deshalb frage ich hier noch mal an, ob jemand Interesse an einem Vollwert-Kinderwochenende im nächsten Frühjahr hat. Ich könnte mir vorstellen, es in meiner Nähe zu organisieren, ich wohne ja genau in der Mitte von Deutschland. Wir müssten nur frühzeitig zu Potte kommen wegen der Quartiersuche.
Liebe Grüße
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon laetice » Di 26. Okt 2010, 07:06

ich haette grundsaetzlich an einem familientreffen interesse - aber es kommt natuerlich auf die entfernung an - unsere kleine maus ist sehr anfaellig fuer reiseuebelkeit und wir beschraenken daher fhrten z.z. :cry: wir wohnen in suedbayern....
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Alex7873 » Di 26. Okt 2010, 07:15

@rybenka

respekt vor deinem idealismus und deinen einsatz für die gesundheit deiner tochter! :)

auch ich versuche, soweit möglich, meine tochter (und auch mich) bezüglich unserer lebensphilosophie zu bestärken - und wollte dabei vieles lange zeit "erzwingen", was aber natürlich nicht funktioniert. man lebt nun mal in der interaktion mit anderen menschen und ist dadurch grenzen unterworfen. klar verwehre ich mich vehement gegen "gleichmacherei", aber bei einem kind geht es, so finde ich inzwischen, einfach nicht ohne kompromisse.
meine tochter hatte auch so scheinbar konsequent unsere "vollwertlinie" vertreten - und dann stellte sich raus, dass sie eben insgeheim schon liebend gern so wie die anderen sein und am schulessen teilnehmen wollte (kein wunder, nachdem sie gemobbt wurde und von der schule null rückendeckung bekam, eher das gegenteil) - wohlgemerkt nicht wegen dem essen an sich (davon ist sie nicht begeistert), sondern sozusagen wegen psychologischen gründen.
kinder spüren es sehr genau, wenn ihrer mama etwas ganz arg am herzen liegt - und wollen sie dann nicht enttäuschen. wenn der preis dafür dann ist, dass sie innere konflikte erleben und psychisch eben darunter leiden, ist der preis zu hoch.....
bitte achte ganz genau darauf, dass diese gefahr bei deiner kleinen nicht gegeben ist.....

ich weiß leider ja aus eigener erfahrung, dass vollwertiges essen keineswegs der einzige ausschlaggebende grund für körperliches wohlbefinden und gesundheit ist. simpler vergleich: lieber 80% gute grundlage von der ernährung her und 80% psychische gesundheit statt 100%/20%.

in sachen ernährung kann eine 100%ige linie einfach nur zu druck führen, eben wegen gewisser äußerer umstände, die sich nicht leugnen lassen.... ich habe mich da lange jahre v.a. durch die große konsequenz, die hier im forum vertreten wird, einen viel zu großen druck gemacht (wie ich finde) - v.a. durch kommentare wie "mach's nach, aber mach's ganz nach", oder der vergleich, dass ein orchester komplett schräg klingt, wenn nur ein instrument etwas falsch gespielt wird....
da klang unterschwellig oft durch, dass man die vollwertkost, nur zu 95% betrieben, eigentlich gleich bleiben lassen kann.... und so sehe ich das mittlerweile eben nicht mehr.
meine tochter isst nun ja 4 mal pro woche das schul-mittagessen - und bei den "restlichen" um die 80% (oder mehr) ihrer nahrung macht es sehr wohl was aus, ob's vollwertig ist oder nicht.....

was ich sagen will: mache dir nicht zuviel kopfzerbrechen schon jetzt wegen der grundschulzeit - setze nicht dich und dein kind zu sehr unter druck.... deine vorhaben klingen in der theorie alle ganz wunderbar, und ich wünsche dir, dass du sie zum großen teil umsetzen kannst.... sei aber nicht gram, falls es nicht 100%, sondern nur 70% sein sollten. :wink:

wegen dem vollwerttreffen: hast du da schon mal irgendwo dazu geschrieben? wenn ja, könntest du hier den link reinstellen?


@laetice

bin auch aus bayern, vielleicht ließe sich ja ggf. eine fahrgemeinschaft bilden!?
Liebe Grüße,

Alex
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon rybenka » Di 26. Okt 2010, 08:29

Hallo Alex,

die Erfahrungen, die Du schilderst, stehen mir gewiss noch bevor, und ich muss dann meinen Weg gegebenenfalls anpassen. Ja, ich laufe auch manchmal Gefahr, Dinge zu erzwingen. Aber vieles läuft nach dem Motto "Steter Tropfen höhlt den Stein". Und im Moment klappt es mal recht gut - auch wenn rybenka zeitweise streikt, aber sie schmeckt immer mehr den gewissen Unterschied raus, entdeckt immer mehr leckere Vollwertgerichte für sich, und das stimmt mich optimistisch! Ich "gönne" ihr dafür etwas Disney-Hype - sie ist ein großer "Cars"-Fan. Und praktische Dinge, die sie sowieso braucht, bekommt sie eben dann mit dem entsprechenden Motiv drauf.

@ alle:
Zum Kindertreffen werde ich, sobald ich Zeit habe, einen neuen Thread aufmachen. Ihr dürft mir natürlich gern zuvor kommen :wink:
Wenn überwiegend Leute aus südlichen Gefilden Interesse zeigen, können wir uns natürlich auch dort treffen. Dann solltet Ihr natürlich ein Quartier vorschlagen. Meine Maus hat auch Probleme mit Reiseübelkeit, aber solange Mama am Steuer sitzt und solange es nicht gleich nach dem Frühstück losgeht, ist das für uns zu packen. Wir fahren regelmäßig 400 km und mehr.
Liebe Grüße
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon Ella » Di 26. Okt 2010, 12:31

Hallo,

deine Frage ist nun schon ein bisschen her. Wie hast du das Problem denn jetzt gelöst?
Ich denke Löwenzahn-Catering ist den Eltern einer öffentliche GS zu teuer.

Ansonsten musst du wohl auf lange Sicht in den sauren Apfel beißen und darauf vertrauen, dass das Fundament, das du ihr bisher gegeben hast, stabil genug ist, um Zivilisationskrankheiten abzuwehren, auch wenn sie einmal am Tag nicht vollwertig ist. Bärenmenü (Sodexo heißen die jetzt) und Sunshine-Catering bieten ja zum Glück nicht nur Fast-Food an. Bei Sodexo werden die Zutaten sogar sehr schonend vor Ort gegart. Und Hefeklöße, Milchreis etc. muss deine Tochter ja nicht ankreuzen.
Aber ich warne dich schon mal vor: je älter sie wird, umso weniger wird das, was die Eltern sagen, interessant sein. Im Gegenteil, wenn du ihr da zu viele Vorschriften machst, könnte sie irgendwann völlig in den Widerstand gehen. Und ab 3. Klasse darf sie ihre Essenbestellung am Terminal in der Schule dann selbst vornehmen und du hast keinen Einfluss mehr darauf ...
Das Mittag ist bei mir auch weniger das Problem, die Brot-Dosen-Inhalte sind viel problematischer. In der Schule meiner Söhne wurde zwar auf den ersten Elternversammlungen erwähnt, dass die Kinder keine Süßigkeiten mitbringen sollen, aber mein 2. Sohn hat jeden Tag Bonbon- und Schokoladen-Papier in der Dose, wenn er nach Hause kommt (neben meinen liebevoll geschmierten wieder mitgebrachten Vollkorn-Schnitten). Er hat da so seine Quellen. Würde ich ihm das verbieten, würde er mich belügen (müssen). Indem ich es schweigend hinnehme, weiß ich ungefähr, was er konsumiert hat und weiß, wo ich unauffällig gegensteuern muss.
Wir dürfen nicht vergessen, dass Kinder von Natur aus neugierig sind. WIR Erwachsene wissen längst wie ein Nimm2-Bonbon schmeckt, oder eine Milchschnitte. Die Designer sind ja nicht doof und die Verpackung lässt einem Kind schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Ernährung ist wichtig, aber nicht alles! Wichtiger ist es, die gute Beziehung zum Kind zu erhalten. Manche Eltern verlieren lieber den Kontakt zu ihren Kindern, statt ihre Haltung gegenüber bestimmten Dingen. Soweit sollte es bei aller Liebe zur Vollwertkost nicht kommen.
Der Verkäufer in dem Fleischladen, wo ich immer für meine Katze das rohe Fleisch hole, hat mir gesagt, dass sein Sohn auch immer vollwertig ernährt wurde. In der Pubertät entdeckte er dann den Geschmack von Cola und als er auszog, kaufte er sich diese Cornflakes und gezuckertes Müsli. Aber das war nur vorübergehen. Als er sein erstes Kind bekam, begann er, seine Brote selbst zu backen - wie sein Vater!
Irgendwann brechen die Wertvorstellungen der Herkunftfamilie wieder durch.

LG
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon laetice » Di 26. Okt 2010, 15:38

ich denke inzwischen auch so wie ella und alex. rybenka, du hast noch sehr viel einfluss auf dein kind, ihr kreist gleichsam umeinander, aber das wird anders.
meine tochter lehnt auch in meiner gegenwart angebotene suessigkeiten ab, sagt aber ganz arglos, wenn ich nicht dabei waere, wuerde sie sie essen, natuerlich :? :o ich will auch nicht, dass sie luegen muss und total aus dem rahmen faellt.
ich muss da an meineeigene kindheit denken, ich "musste" jeden sonntag zur kirche, meinen eltern ist ihr glaube wichtig, und so sollte es auch bei uns kindern sein. ich wollte das nicht, tata es aber auch den eltern zuliebe. das ergebnis? mir sagt kirche und religion rein gar nichts, meine ursprungskirche, die katholische kirche, geht mir so was von auf den keks....meine kinder erziehe ich nicht katholisch. eiegntlich der schlimmste "outcome" fuer meine eltern, trotz ihrer bemuehungen.
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Re: Noch mal: Mittag in der Schule

Beitragvon laetice » Mi 27. Okt 2010, 17:48

p.s. wegen treffen: ich seh gerade, dass alex aus regensburg kommt, das waere doch eine reise wert :wink:
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