Unsere Geschichte

Hier hinein gehören Erlebnisse und Geschichten rund um die Vollwerternährung. Lustige und nachdenkliche Begebenheiten beim beim Einkaufen, in der Familie, in Beruf und Freundeskreis oder auch beim Arzt. Aber auch eure Erfahrungsberichte und Erfolge sind hier willkommen! Beschreibt doch mal, wie ihr zur Vollwerternährung gefunden habt und welche Veränderungen das mit sich brachte. Macht bitte für jede neue Geschichte auch ein neues Thema auf!

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Unsere Geschichte

Beitragvon racker » Do 28. Jul 2011, 19:17

Wie kam ich zur Vollwertkost?
Vor fünf Jahren (unglaublich wie lange es schon her ist) war ich in einer Klinik für Psychosomatik. Dort wurde hauptsächlich Vollwertig gekocht. Mit Ausnahmen (es gab zb normale Marmelade) aber sonst nach den Regeln der Vollwertküche.
Ich hab das Essen geliebt. Das Konzept der Klinik war: In einem gesunden Körper kann eine gesunde Seele leben. und beides bedingt einander.
Wieder nach Hause, wollte ich es umsetzen aber ich wohnte bei meinen Eltern die fanden die Idee nicht gut und ich hab es schnell wieder über den Haufen geworfen. bin aber immer wieder zurück gekommen... immer nur für wenige Wochen. So ganz hatte ich den Ansporn nie... Irgendwann war mein Essverhalten einfach nur noch total hinüber... Bulimie, Magersucht... das eine gab dem anderen die klinke in die hand... zuviel probleme zuwenig hilfe... alles war schwarz und dunkel und kalt.
in meiner schwärzesten zeit wurde ich schwanger... total ungeplant... Dennoch mein größter Seegen... ich sag immer scherzhaft, mein sohn hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt aber auch zu keinem besseren zeitpunkt kommen können. Ich bekam die "Diagnose" schwanger, ein paar Wochen bevor meine Mutter die Diagnose: Glioblastom bekam... er war ihre große hoffnung. sie wollte sehen wie er aufwächst... wenigstens ein wenig mitbekommen (und das hatte sie... fast ein jahr lang bevor sie letzen oktober starb)
naja... ich wurde schwanger... musste mein Leben ändern wenn ich dieses Kind gesund zur Welt bringen wollte... und das tat ich... alle medis abgestzt, mim rauchen aufgehoert... essen und essen bei mir behalten... ich hab in der schwangerschaft 42kg zugenommen (hatte davor 50kg abgenommen) ich hatte schon während der Schwangerschaft immer wieder Phasen wo ich vollwertig lebte... dennoch der ansporn mich wirklich gesund zu ernähren war wohl nie groß genug...

mein kleiner hatte ab der 8. Woche schlimmen milchschorf der ihn quälte... er hatte sich blutig gekratzt... er hatte nicht mehr zugenommen (das ist bis heute geblieben...er wiegt 10,5kg auf 83cm... was so gesehen perfekt ist... aber er kam mit 3600 gramm auf die welt und fiel in der Kurve extrem ab... naja er hatte so ab der 10.Woche giftgrünen schleimigen, ekelhaft riechenden Stuhl... es war nicht schön... blutschlieren fand ich auch daran.. der arzt beruhigte und meinte es wäre normal... auch dass das mim gewicht nicht mehr voranging... da fing ich an in meinem Speiseplan Milchprodukte wegzulassen. und der stuhl normalisierte sich und die koliken verschwanden... ebenso wie der milchschorf... (zufall nannte es ein hautarzt :roll: )
mit 6 monaten, hatte er dann den ersten Neurodermitis Schub... Bauch, Rücken, Schultern Oberarme... alles voll... 9 wochen lang qualen... arzt gerenne... creme rumprobiererei... nichts half... ich war dann für 1 woche bei einer Freundin die sich seit unserem gemeinsamen Klinikaufenthalt nach vollwertig nach Bruker ernärhte... voila die haut heilte einfach ab...
das war für mich der erste moment wo ich wirklich umschwenken wollte... aber ich tat es nur teiweilse... zucker gab es ab da nicht mehr... aber immer noch viel zu viele ausnahmen... FKB mochte ich zeitweise nicht mehr, also machte ich ihn nicht... ich nahm zu... mein Essverhalten ging wirklcih wieder ins krankhafte... im März diesen jahres, hab ich dann nur noch 1x am Tag gegessen weil ich so dringend abnehmen wollte und mein Körper lies kein gramm zu...
die haut meines Sohnes wurde natürlich auch schlechter, weil er einfach viel zu viel Schrott aß... Kekse und Sojajoghurt und und und... er kratze und juckte und die haut sah schlecht . Die idee der ärzte war cortison cortison und cortison...
dann war ich wieder bei meiner Freundin.. und packte dann wieder 2 wochen vollwerternärhung ohne Ausnahmen... HAut heil... dann bin ich eingebrochen... haut explodierte... jetzt wieder 2 wochen vollwert: haut heil...
Diesmal möchte ich einfach nur dabei bleiben... für meinen Sohn... für mich... denn ich merke wie gut mir diese art der Ernährung tut... ich hab kein schlechtes Gewissen wenn ich esse... ich bin satt... ich esse 3x am Tag.. ich bin ein Gutes Beispiel für meinen Sohn... das ist alles soviel wert.

ich möchte jetzt einfach dabeibleiben und schauen wie sich mein Sohn weiterentwickelt...


Leute in meiner Umgebung verdrehen die Augen wenn Elias auf dem Spielplatz keine Kekse bekommt... Aber es ist mir egal... inzwischen schon... er ist deswegen auch nicht arm dran... denn die geschäfte sind voll mit leckerem süßem OBst... wer wird da noch was vermissen?
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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon Findus » Do 28. Jul 2011, 21:52

am liebsten würd ich Dich jetzt in Arm nehmen! Halt durch, Du musst es ja nicht hundertprozentig verbissen umsetzen, aber wenigstens in groben zügen. Bei uns gabs heut mittag zum Beispiel mal Ei im Brennesselküchleteig, was ja eigentlich auch nicht erlaubt ist, aber ab und zu ist mir das lieber, als alles verbissen einzuhalten und nach ein paar Monaten wieder ganz umzukippen. Ich hoffe jetzt werd ich nicht gesteinigt :-)
Bei Zucker mach ich allerdings nie eine Ausnahme, weil ich da garantiert am nächsten Tag ein blühendes Kind habe.
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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon Joachim » Do 28. Jul 2011, 22:09

Hallo Racker,

Vielen Dank, daß du eure Geschichte hier so öffentlich machst. Das ist sicher auf der einen Seite nicht leicht, aber auf der anderen Seite hilft es oft, sich das mal von der Seele zu schreiben. Ihr habt ja wirklich eine Odyssee hinter euch mit diversen Rückschlägen. Die Vollwertkost anzunehmen und sich damit dann auch bewußt gegen das soziale Umfeld zu stellen, ist nicht immer leicht. Das ist häufig ein Lernprozeß, in dem es mitunter zwei Schritte vor, aber dann auch mal wieder einen zurück geht, weil man zwar für sich weiß, daß es der richtige Weg ist, man aber noch nicht so weit ist, das auch gegen alle Widerstände umzusetzen. Wenn ich deinen Bericht so lese, habe ich aber das gute Gefühl, daß du jetzt mit einem Fuß angekommen bist. :) Und für den zweiten Fuß hast du uns. Laß dich nicht durch die anderen beirren - ihr habt beide mehrfach gesehen, daß und wie die Ernährungsumstellung wirkt. Ihr kennt den Weg. Und nur, weil Millionen anderer Lemminge auf den Abgrund zulaufen, heißt das nicht, daß ihr mitlaufen müßt. Es ist manchmal nicht einfach, sich gegen den Strom der Lemminge zu stellen, aber relativ schnell steht man auch nicht mehr mitten im Strom, sondern am Rand und schaut ungläubig zu, wie die anderen blind auf den Abgrund zurennen... ;)

@Findus:

Hier wird natürlich niemand gesteinigt, aber bei Neurodermitis können schon kleine Mengen tierisches Eiweiß oder pflanzliche Eiweißpräparate wieder einen Schub auslösen oder eine Heilung verhindern. So gesehen ist der konsequente Verzicht darauf bei Neurodermitis vor allem an Anfang wirklich wichtig.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon racker » Fr 29. Jul 2011, 13:32

Joachim hat geschrieben:Ihr kennt den Weg. Und nur, weil Millionen anderer Lemminge auf den Abgrund zulaufen, heißt das nicht, daß ihr mitlaufen müßt. Es ist manchmal nicht einfach, sich gegen den Strom der Lemminge zu stellen, aber relativ schnell steht man auch nicht mehr mitten im Strom, sondern am Rand und schaut ungläubig zu, wie die anderen blind auf den Abgrund zurennen... ;)

der ist schön... sehr schön :) :thumpup:
ich schaue jetzt schon ungläubig zu... ich hoffe ich pack es diesmal... es tut mir gut. es tut dem zwerg gut... der papa ist nicht 100% begeistert und kauft weitehrin flips und chips und gummibärchen.. die ich ihm auch nciht wegnehmen möchte... aber in einer akuten schubphase wäre es schön, wenn er das einschränken könnte oder sich das zeug ein paar wochen verkneifen könnte :cry:

ja, es hilft sich alles von der Seele zu schreiben... Ich komme mir nur manchmal so extrem vor... so völlig oben drüber... mein Freund sagt oft: Du bist total essgestört... ich denke mir: Nein bin ich nicht! ich arbeite daran... ich arbeite daran meinem sohn und mir was gutes zu tun, es ist schwer für mich... ich kann (noch) nicht völlig gedankenlos einfach machen... ich muss überlegen und lesen und wählen und schauen und machen und tun...
Aber ich hab nen plan...
ja ich hab das gefühl ich bin mit einem fuß angekommen. Eben weil ich diesmal "auch profitiere"... (ist das egoistisch von mir gewesen in der Vergangenheit?)
ich wollte abnehmen... es tat sich ncihts.. auch nicht mit Bruker.. jetzt weiß ich, dass der Frischkostanteil zu gering war und dass ich deswegen nicht abnahm... inzwischen läuft es...1kg pro Woche...

Gestern hat Junior sich auf dem Spielplatz ein Keks geklaut( von einer anderen Mama... ich versteh nicht warum man für 2stunden spielplatz ein komplettes lunchpaket packen muss, wir hatten immer nur Wasser dabei... jetzt wo alle kinder immer futtern nehm ich obst mit, so dass er nicht vor den anderen kindern steht und gomert (schnorrt) seine haut ist wieder rot... kann man das glauben?

ich wollte am Sonntag Spaghetti bolognese für meine Fleischfressende Familie machen... (sie kommen mich alle paar wochen mal besuchen)
ich werd es lassen. ich mach entweder mit grünkern, oder einfach nur mit einer Tomaten gemüse soße) ich muss nicht warten bis die haut noch schlechter wird...

Ich danke euch für eure aufmunternde Worte
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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon Waldmeister » Fr 29. Jul 2011, 14:58

Manchmal kriegt man die Männer ans Nachdenken durch Bücher wie "Die Ernährungslüge" oder die ganzen Bücher von H.U. Grimm...die lesen sich besser als ein Krimi- das Schlimme ist nur, dass man bei diesen Geschichten definitiv weiß, dass sie WAHR sind... :evil:
Liebe Grüße vom Waldmeister

„Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.“ Albert Einstein
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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon racker » Fr 29. Jul 2011, 15:23

Waldmeister hat geschrieben:Manchmal kriegt man die Männer ans Nachdenken durch Bücher wie "Die Ernährungslüge" oder die ganzen Bücher von H.U. Grimm...die lesen sich besser als ein Krimi- das Schlimme ist nur, dass man bei diesen Geschichten definitiv weiß, dass sie WAHR sind... :evil:



Mein fast 2 Jähriger hat schon mehr Bücher gelesen als mein Freund... aber er ist auch sehbehindert (noch etwa 16% Sehkraft, x-chromosomale juvenile retinoschisis, also erblich bedingte netzhautablösung) und er liest nicht gerne weil er das lesegerät dazu braucht.
Aber auch er sieht die erfolge an unserem Sohn... dennoch.. ein wenig weniger kampf und mehr akzeptanz und Vertrauen wäre schön :D
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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon Aga76 » Fr 29. Jul 2011, 17:51

racker hat geschrieben: und er liest nicht gerne weil er das lesegerät dazu braucht.


Hallo racker,

ich wünsche Dir ganz viel Kraft auf Deinem Weg. Und das Buch "Die Ernährungslüge" gibt es auch als Hörbuch. Also Kopfhörer auf und nur zuhören. :)

Ganz liebe Grüße
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Re: Unsere Geschichte

Beitragvon racker » Fr 29. Jul 2011, 18:58

Aga76 hat geschrieben:[

ich wünsche Dir ganz viel Kraft auf Deinem Weg. Und das Buch "Die Ernährungslüge" gibt es auch als Hörbuch. Also Kopfhörer auf und nur zuhören. :)

Ganz liebe Grüße


das mit dem hörbuch ist gut zu wissen. schon allein für mich.. ich komm in letzer zeit irgendwie nicht so wirklich zum lesen... kaum schläft der eine will der andere was... (also sohn udn freund)
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