Negativbeispiel

Hier hinein gehören Erlebnisse und Geschichten rund um die Vollwerternährung. Lustige und nachdenkliche Begebenheiten beim beim Einkaufen, in der Familie, in Beruf und Freundeskreis oder auch beim Arzt. Aber auch eure Erfahrungsberichte und Erfolge sind hier willkommen! Beschreibt doch mal, wie ihr zur Vollwerternährung gefunden habt und welche Veränderungen das mit sich brachte. Macht bitte für jede neue Geschichte auch ein neues Thema auf!

Moderator: Bienchen

Re: Negativbeispiel

Beitragvon Joachim » Sa 1. Okt 2011, 12:21

Hallo sonnenkind,

Mein Bruder hat MS und bisher dachte ich, die Krankheit würde eigentlich nur auf Stoffwechselstörungen (Vitalstoffmangel?) und ggf eine genetische also erblich bedingte Komponente beruhen.


Das ist im Grunde das gleiche. Es gibt genau genommen keine "erblichen Komponenten" im Sinne, daß die ererbten Gene fehlerhaft sind und die Krankheit beinhalten. Die Gene sind eine Art "Universalbauplan" für einen Menschen. Was von diesem Universalbauplan realisiert wird oder nicht, bestimmen äußere Faktoren, wie die Ernährung. Tatsächlich werden dadurch ganze Genabschnitte ab- oder angeschaltet. In Summe dient das wohl der schnellen Anpassung des Organismus an wechselnde Lebensumstände, aber genauso werden eben auch "Fehlanpassungen" vererbt, die wir dann als "vererbte Krankheiten" ansehen. Die MS ist eine ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit und leider eine von der Sorte, die man normalerweise nur aufhalten aber nicht heilen kann. Wichtig bei der MS ist neben einer konsequent(!) tiereiweißfreien Ernährung vor allem der möglichst hohe Frischkostanteil - im Idealfall wäre das eine reine Frischkost.

@Fino: Das Problem ist, daß viele erst dann zur Vollwerternährung kommen, wenn es im Grunde schon zu spät ist. Der Diagnose MS (bzw. der Diagnose jeder anderen ernährungsbedingten Zivilisationskrankheit) gehen ja meist fünf fehlernährte Generationen und einige Jahrzehnte eigene falsche Ernährung voraus. Das ist wie ein tausende Tonnen schwerer Güterzug, der seit fünf Generationen beschleunigt und den man nun plötzlich abbremsen will. So etwas braucht leider Zeit. Körperzellen sind sozusagen "auf die Krankheit programmiert" und da sie nur alle sieben Jahre ersetzt werden, kann es relativ lange dauern, bis sie diese Eigenschaft verloren haben. Bei Krankheiten wie MS ist das praktisch nicht möglich, da hier Nervenzellen betroffen sind, die eben nicht nach sieben Jahren sondern nur bei jeder neuen Generation ersetzt werden. Umso wichtiger ist bei MS die frühzeitige Diagnose und das sofortige und kosnequente Abstellen der Ursachen.

Du könntest mal Kontakt mit Susanne Kehrbusch aufnehmen (Autorin von "Alles klar mit Haut und Haar") - sie hat diese Krankheit seit Jahren durch die vitalstoffreiche Vollwertkost sehr gut im Griff.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Negativbeispiel

Beitragvon Löwenzahn » Sa 1. Okt 2011, 13:20

Hallo Sonnenkind,

Joachim hat das schon sehr gut erklärt. Es liegen zunächst einmal ernährungsbedingte Ursachen vor, doch Schübe und Verschlechterungen (bei guter Ernährung) können oftmals durch seelische Krisen ausgelöst werden.

Joachim hat in dem Punkt recht, wenn Nervenzellen zerstört, ist dies unwiederruflich. Doch unser Gehirn ist in der Lage neue Nervenverbindungen zu knüpfen - die sog. Neuroplastizität. Das ist es sehr langer Weg - aber es geht. Beispiel dafür ist Sonja Wierk, die durch die MS gelähmt und fast erblindet war. Sie hat, wie eine kleines Kind alles neu erlernt und ihren Körper zurückerobert. Sie kann wieder sehen, sogar wieder laufen und hat Seminare über ihren Weg gehalten.

http://www.ms-na-und.de/so-wi-therapie/
http://www.sowi-therapie.de/?p=8

Ich arbeite selber nach dieser Methode. Mich hat zum Glück nicht so ein schweres Schicksal wie Sonja ereilt, doch hilft mir diese Methodik, die Feldenkrais ähnelt, oft weiter.

Herzliche Grüße
Löwenzahn
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Re: Negativbeispiel

Beitragvon sula5156 » Mo 3. Okt 2011, 06:01

@ Löwenzahn,

Ich finde es toll, dass Du Dich entsprechend ernährst, ja und ich bin überzeugt davon, dass der Verlauf dieser Krankheit, ohne diese Ernährung wesentlich schlechter verlaufen würde.

ich kannte vor vielen Jahren eine damals sehr junge Frau, die ebenfalls daran erkrankte, sie war auch bei Dr. Evers in der Sauerlandklinik, sie hielt sich zu hause nur einige Wochen daran und auf Feiern, trank sie Whisky, rauchte und lebte nicht danach... irgendwann verlor ich sie aus den Augen ... ich hatte auch keinerlei Interesse... was aber nicht an ihrer Krankheit lag, sondern wir waren auch vor der Krankheit grundverschieden...
liebe Grüße
Ursula

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Re: Negativbeispiel

Beitragvon Löwenzahn » Mo 3. Okt 2011, 11:46

Hallo Ursula,

danke für deine lieben Worte.

In der Eversklinik war ich allerdings noch nie, da die Ernährungsrichtlinien mittlerweile dort sehr "aufgeweicht" wurden und ich mich nur bei mir daheim konsequent an diese halten kann. Außerdem lasse ich mich nicht schulmedizinisch behandeln, weil das meinen Körper eher schwächt, als es ihm hilft.

Ja ich denke, ich sollte einfach zufrieden sein, wie es so ist. Und wer weiß schon, wie es ohne Ernährungsumstellung heute aussehen würde.

Einen schönen 3. Oktober noch!
Löwenzahn
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