Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Hier hinein gehören Erlebnisse und Geschichten rund um die Vollwerternährung. Lustige und nachdenkliche Begebenheiten beim beim Einkaufen, in der Familie, in Beruf und Freundeskreis oder auch beim Arzt. Aber auch eure Erfahrungsberichte und Erfolge sind hier willkommen! Beschreibt doch mal, wie ihr zur Vollwerternährung gefunden habt und welche Veränderungen das mit sich brachte. Macht bitte für jede neue Geschichte auch ein neues Thema auf!

Moderator: Bienchen

Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Di 15. Nov 2011, 20:06

Hallo,
ich habe schon länger überlegt, ob ich ein eigenes Thema aufmachen soll, darf. Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, hier gebündelt alle aufkommenden Fragen zu stellen und zwischendurch ein bisschen zu jammern oder nach aufmunternden "du schaffst es"-Rufen zu betteln. :wink:

Ich schleiche ja schon lange um die VWK herum, habe es immer mal kürzer oder länger geschafft, zuckerfrei zu leben. Aber nun isst unsere Tochter (1 Jahr) komplett bei uns mit und ich möchte es richtig schaffen! Ich möchte ihr einen guten Start geben und auch selbst nicht immerzu wieder zurück in die Normalzuckerkost fallen. Aktuell bin ich seit der Fastenzeit mehr oder weniger zuckerfrei. Im Sommer gab's hin und wieder ein Eis und wenn ich irgendwo eingeladen war, habe ich auch ein Stück Kuchen gegessen.

Da kommt gleich die erste Frage auf: habt ihr euch irgendwann bei allen geoutet: "ab jetzt ess ich keinen Zucker mehr" ? Oder habt ihr die Zuckersachen stillschweigend umschifft? Ist ja auch blöd, wenn man erst was sagt, wenn man vor Ort ist und der Gastgeber sich extra die Mühe gemacht hat, einen Kuchen zu backen. Dann doch lieber vorher vorwarnen, finde ich. Ich habe wahrscheinlich Hemmungen, das zu sagen, weil ich keine Lust auf blöde Nachfragen habe. :roll:

Was schwierig ist: mein Mann ist ein Muggel. :wink: Er isst alles, was ich koche und er mag mein Brot sehr gerne. Seit Kurzem isst er sogar 1-2mal in der Woche FKB (wow!). Er holt aber am Wochenende gerne Brötchen vom Bäcker, kauft sich dabei auch Kuchen, isst gern Wurst, Käse und Süßkram. Unsere Tochter wird also früher oder später sehen, was er isst und es auch haben wollen. Gibt es hier noch mehr Vollwertler, die mit einem Muggel zusammen wohnen? Wie klappt das (gerade mit Kindern)? Besonders Angst hab ich vor der Weihnachtszeit... wie soll ich da bloß ohne viel Süßkram durchkommen? Meine Mutter backt, meine Oma backt, mein Mann kauft Dominosteine... :roll:

Und noch eine ganz praktische Frage zum Schluss: habt ihr gute Ideen für Gemüserohkost für Kleinkinder? Abends essen wir meist ein Brot und dazu Gemüse oder Salat. Mit 1 Jahr und ohne Backenzähne sind aber viele Gemüsesorten für unsere Kleine so schwierig zu essen. Paprika geht, Gurke auch. Naja, die Saison ist jetzt allmählich vorbei. Was kann ich ihr denn sonst anbieten, was nicht karottenhart ist?

LG, Lauri
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Joachim » Di 15. Nov 2011, 21:20

Hallo Lauri,

Da kommt gleich die erste Frage auf: habt ihr euch irgendwann bei allen geoutet: "ab jetzt ess ich keinen Zucker mehr" ? Oder habt ihr die Zuckersachen stillschweigend umschifft?


Nein, ich habe das sehr offen deutlich gemacht. Das hat auch den Vorteil, daß man selbst ein wenig gezwungen ist, das dann auch durchzuziehen, weil man sonst vor den anderen blöd dasteht. ;) Wichtig ist, daß man sich bewußt wird, was der Fabrikzucker alles anrichtet, das macht es einem deutlich leichter, darauf zu verzichten. Aber du hast mit deinem Kind ja eine prima Motivation! :)

Ist ja auch blöd, wenn man erst was sagt, wenn man vor Ort ist und der Gastgeber sich extra die Mühe gemacht hat, einen Kuchen zu backen. Dann doch lieber vorher vorwarnen, finde ich. Ich habe wahrscheinlich Hemmungen, das zu sagen, weil ich keine Lust auf blöde Nachfragen habe. :roll:


Ich würde es in jedem Fall vorher sagen und eventuell sogar einen eigenen Kuchen mitbringen. Nachfragen wird es immer geben, aber du kannst das ja beliebig einfach oder kompliziert erklären. Im einfachsten Fall hast du eben eine Zuckerallergie (was ja genau genommen auch stimmt), ansonsten kannst du ja versuchen zu erklären, daß du das machst, um Krankheiten zu vermeiden. Das kommt zwar meist nicht sooo gut an, weil der gastgebende Kuchenbäcker dann unterschwellig gesagt bekommt, daß sein Kuchen krank macht, aber dann fragt meist auch niemand mehr nach.. ;)

Was schwierig ist: mein Mann ist ein Muggel. :wink: Er isst alles, was ich koche und er mag mein Brot sehr gerne. Seit Kurzem isst er sogar 1-2mal in der Woche FKB (wow!). Er holt aber am Wochenende gerne Brötchen vom Bäcker, kauft sich dabei auch Kuchen, isst gern Wurst, Käse und Süßkram.


Im Grunde wäre das kein Problem. Es ist ja eigentlich seine Sache, aber ich würde ihm auf jeden Fall bewußt machen, daß er damit ein schlechtes Vorbild abgibt und deine Bemühungen, eure Tochter gesund zu erhalten, sabotiert. Wenn er "Unsere Nahrung, unser Schicksal" noch nicht gelesen hat, sollte er das vielleicht mal tun - vielleicht wird ihm dann bewußt, wie wichtig das Thema ist. Er kann auch gerne hier im Forum nachfragen, wir haben da durchaus Verständnis für seine Situation. Das Problem haben ja viele Familien.

Wichtig finde ich, dem Kind von klein auf die Bedeutung der Ernährung klar zu machen. Damit kann man schon im Vorlesealter anfangen, es gibt da zwei sehr schöne Märchenbücher ("Gänseblümchen erzählen vollwertige Märchen" iirc). Später dann vielleicht "Lisa und ihre Stowis". Aber sei dir bitte bewußt, daß du, je größer deine Tochter wird, umso mehr die Kontrolle verlieren wirst. Die ersten Einflüsse kommen spätestens im Kindergarten und das ganze gipfelt in der Teenagerzeit, in der die Kinder meist nichts mehr von gesunder Ernährung wissen wollen. Aber viele kommen dann später auch wieder auf die Vollwertkost zurück, weil sie es eben in der Kindheit kennengelernt haben.

Besonders Angst hab ich vor der Weihnachtszeit... wie soll ich da bloß ohne viel Süßkram durchkommen? Meine Mutter backt, meine Oma backt, mein Mann kauft Dominosteine... :roll:


Sprich mit Mutter und Oma, daß ihr nichts mehr essen wollt, in dem Fabrikzucker, Auszugsmehl oder Fabrikfett enthalten ist. Das wird beide vermutlich etwas verwirren und sie werden sich fragen, was denn da nun los ist und was sie denn dann backen sollen, aber ich denke, das geht nicht anders. Vielleicht haben sie ja auch Lust, mal einen Vollwertkuchen zu backen? Es gibt da endlos viele Rezepte zur Weihnachtsbäckerei. Oder backe du und überschwemme Mutter und Oma mit Weichnachtsbäckerei. Dominosteine kann man übrigens auch vollwertig machen. Das ist zwar etwas aufwändig, aber die haben wir in einem Seminar mal gemacht und die waren seeeehr lecker.

Und noch eine ganz praktische Frage zum Schluss: habt ihr gute Ideen für Gemüserohkost für Kleinkinder? Abends essen wir meist ein Brot und dazu Gemüse oder Salat. Mit 1 Jahr und ohne Backenzähne sind aber viele Gemüsesorten für unsere Kleine so schwierig zu essen. Paprika geht, Gurke auch. Naja, die Saison ist jetzt allmählich vorbei. Was kann ich ihr denn sonst anbieten, was nicht karottenhart ist?


Schwierig. Ich würde einfach die frischen Zutaten sehr fein reiben und unter das erhitzte Essen mischen. Sie bekommt ja vermutlich noch den einen oder anderen Brei, da geht das ganz prima. Ansonsten kann sie aber doch mit den Schneidezähne schon prima auf Karotten und ähnlichem herumnagen, oder? Selbst wenn sie davon nicht satt wird - sie gewöhnt sich an den Geschmack von Frischkost.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon trolljente » Mi 16. Nov 2011, 09:29

Huhu,
wir haben uns ja schon im anderen Thread "unterhalten" :wink:
Mir geht es ganz, ganz ähnlich, nur dass meine Große "leider" schon im Kindergarten ist und ich erst dieses Jahr auf die VWK gestoßen bin. Aber auch bei der Großen hab ich bis sie 2 Jahre alt war komplett alles Süße von ihr abgeschirmt.
Ich habe allen ganz offen gesagt, dass ich auf Zucker verzichten will und ernte damit ganz unterschiedliche Reaktionen. Ich glaube, viele denken, dass ich das nur aus Gewichtsgründen mache und warten nun darauf, dass ich endlich wieder "normal" esse... Verständnis ist wenig da. Andere dagegen bewundern mich für meine angebliche Disziplin. Ich lebe auch mit einem Muggel zusammen :wink: Und er hat sogar schon was von Bruker gelesen. Ist aber nicht grundsätzlich so weit, dass er seine Essgewohnheiten derart umstellen will. Er macht halt vieles heimlich (so wie ich vorher auch). Grundsätzlich soll er machen was er will, aber für die Kindererziehung ist es schon sehr, sehr ätzend. Zum einen, weil meine Tochter auch nicht sehr viel wiegt und dann immer diese Vorwürfe im Raum stehen, sie würde nicht genug "richtiges" Essen bekommen. Zum anderen ist es halt total schwer, Dinge von ihr fernzuhalten, wenn sie sie ständig vor der Nase hat. Wobei ich keine Süßigkeiten mehr kaufe und wir eigentlich auch selten hier Naschkrams anbieten. Wenn, dann backe ich selbst. Aber er wurde mit Kuchen u.dergl. groß gezogen und ich stoße bei seinen Eltern auch auf volles Unverständnis. Bis jetzt ist es dann halt immer: "Augen zu und durch" wenn sie mal bei ihnen übernachtet. Ich finde es aber schon ziemlich respektlos mir gegenüber. Ich find's echt SEHR schwer. Neulich z.B. brachten sie Würstchen mit für die Suppe, die ich gekocht hatte. Eines sollte für mich sein, was ich dankend ablehnte. Es blieb dann halt über. Und dann gab's noch eine Dose von meinen ehemals Lieblingskeksen. Das fand ich auch echt doof. Es hat mich echt in Versuchung gebracht, und mein Mann hat die dann versteckt und selbst gefuttert! Ich habe das Gefühl, ich komme gegen diese Außeneinflüsse nicht mehr an. Aber wenn du es jetzt schon in diesem Alter durchziehst, hast du ja noch gute Chancen!!! Bei mir war die Motivation auch immer Allergieprävention. Wie gesagt: bis sie 2 war, ging es ganz wunderbar. Und jetzt werde ich ebenversuchen, leckere Alternativen anzubieten. Aber ganz kann ich mich diesen anderen Einflüssen nicht verwehren...
Ich glaube, die wenigsten verstehen, wie umgreifend diese Vermeidung von Zucker und Weißmehlprodukten ist. Manchmal ist man fast gezwungen, dann doch was zu sich zu nehmen, um nicht unhöflich zu sein. Weil alle dieses Verhalten eben so normal empfinden. Ich hab aber auch noch nie eine mitgeraucht, um nicht unhöflich zu sein!!! :wink: Neulich hatte ich extra ein Vollkornbrötchen zum Frühstücken mit und hab mich dann doch nicht getraut, es auszupacken... Aber es wird, es wird... :wink:
LG von Sylvia
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Chris12 » Mi 16. Nov 2011, 11:07

Laurentia hat geschrieben:Da kommt gleich die erste Frage auf: habt ihr euch irgendwann bei allen geoutet: "ab jetzt ess ich keinen Zucker mehr" ?

Ja, meinen engsten Freunden und der Familie habe ich das deutlich gesagt. Meine beste Freundin hat das überhaupt nicht verstanden, sie glaubt einfach nicht, dass so viele Krankheiten ernährungsbedingt sind. Wenn ich anfangs bei ihr war, hat sie mir sehr oft was zu essen angeboten und gesagt: "Du kannst ja wenigstens mal probieren, ich probiere Deins ja auch.", obwohl sie wusste, dass ich keinen Zucker/Weissmehl/Fertigprodukte mehr essen möchte. Mittlerweile haben sich aber alle darn gewöhnt. Im weiteren Bekanntenkreis habe ich so deutlich gar nichts gesagt, das hat sich hier herumgesrochen, wie ich esse (wir wohnen auf dem Dorf, knapp 400 Einwohner) :wink: . Es wird eigentlich nicht mehr gefragt. Mag sein, dass einige denken, dass ich spinne oder übertreibe, aber das stört mich nicht. Es steht ja auch der Kontakt mit netten Leuten im Mittelpunkt, und nicht das Essen.

Laurentia hat geschrieben:Ich habe wahrscheinlich Hemmungen, das zu sagen, weil ich keine Lust auf blöde Nachfragen habe.

Naja, das wär ja nur einmal, danach wissen sie`s ja. Musst ja auch nicht in die Tiefe gehen.

Laurentia hat geschrieben: Ist ja auch blöd, wenn man erst was sagt, wenn man vor Ort ist und der Gastgeber sich extra die Mühe gemacht hat, einen Kuchen zu backen. Dann doch lieber vorher vorwarnen, finde ich.

Wenn ich zum Kaffee eingeladen bin und es gibt definitiv nur zuckerhaltiges, biete ich eigentlich immer an, einen Kuchen oder zumindest Kekse/Kleingebäck/Teilchen mitzubringen. Die Gastgeber freuen sich und ich habe auch was zu essen.

Laurentia hat geschrieben:Er isst alles, was ich koche und er mag mein Brot sehr gerne. Seit Kurzem isst er sogar 1-2mal in der Woche FKB (wow!)

Das ist doch schon mal toll. Es gibt bestimmt auch viele Männer, die das nicht machen, oder sich ständig über das Vollwertessen oder über das fehlende Fleisch beschweren.
Als Vorbild für Eure Tochter kann er wohl noch nicht dienen, aber vielleicht ändert sich das noch. Früher oder später wird sie wohl noch öfter Kontakt mit Leuten haben, die anders essen (Kindergarten) und das auch haben wollen.
Da hilft wohl nur, der Kleinen frühstmöglich die Zusammenhänge erklären.
Meine Tochter hat mal im Kindergarten zu den anderen Kindern gesagt: "Ihr werdet von dem Essen alle krank!" Ich bekam dann die Beschwerde einer aufgebrachten Mutter, weil das Kind das "normale Essen" nicht mehr essen wollte. Ich habe dann meiner Tochter erklärt, dass sie am besten zu anderen Leuten nichts über das Essen sagt...

Laurentia hat geschrieben:Besonders Angst hab ich vor der Weihnachtszeit... wie soll ich da bloß ohne viel Süßkram durchkommen? Meine Mutter backt, meine Oma backt, mein Mann kauft Dominosteine... :roll:


Da hilft nur, viel selbermachen. Meine Mutter bringt mittlerweile nur noch Äpfel, Orangen, Mandarinen und Nüsse mit. Auch meine Freundin besorgt für meine Tochter mittlerweile lieber ein kleines Spielzeug/Stift/Haarspange, o.ä., anstatt ihr haufenweise Süßes zu schenken, wie früher.
Das einzige, was mich nervt, sind die vielen Weihnachts-/ Nikolausfeiern und Tage in der Schule, wo mit den Kindern mit süßen Plätzchen und Schokolade Advent und Weihnachten gefeiert wird. Alle Kinder bekommen eine Tüte und ich muss so oft nein sagen... Ich bin froh, wenn da auch mal Spielsachen drin sind und sie sich auch freuen darf. Dann kann ich das "Essbare" nachher ohne viel Gemecker entsorgen.
Geburtstagsfeiern sind auch dauernd, da gibts dann schon in der Schule Kuchen (extra Süßgkeiten sind gottseidank nicht erwünscht), nachmittags auf der Feier nochmal Kuchen, zwischendurch Süßigkeiten und abends meist Pommes mit Würstchen und Ketchup. Man kann schon froh sein, wenn auch Wasser als Getränk angeboten wird.
LG
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon rybenka » Mi 16. Nov 2011, 11:59

Laurentia hat geschrieben:habt ihr gute Ideen für Gemüserohkost für Kleinkinder?


Hallo Lauri,

diese drei Sachen hat meine Kleine in dem Alter schon gern gegessen:

1. Möhren und Apfel reiben und mit zerdrückter Banane vermischen, statt Apfel geht auch Birne, statt Möhre Schwarzwurzel
2. Apfel und Fenchel (oder Topinambur) reiben und 1 EL Sahne oder Walnussöl dazu, eventuell noch geriebene Nüsse dazu
3. 1/2 Banane mit einigen Spinatblättern, 1 EL Sahne und etwas Wasser zu einem Smoothie vermixen

An gekochte Speisen hab ich schon immer reichlich Kräuter gegeben, und wie Joachim schreibt, fein zerkleinertes Gemüse - z.B. Sellerie - in Suppen und Soßen bzw. an den Kartoffelbrei.
Liebe Grüße
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Mi 16. Nov 2011, 20:23

Guten Abend,
ich arbeite mich mal nach und nach durch eure Antworten.
Joachim hat geschrieben: Im einfachsten Fall hast du eben eine Zuckerallergie.

Nein, meine Familie ist zu schlau für sowas. :wink: Sie ernähren sich ja selbst sehr gesund, essen Vollkornbrot (in meiner Kindheit gabs im Sommer sogar FKB!), viel Salat, Gemüse und wenig Süßes. Aber jetzt GAR KEINEN Zucker mehr zu essen, das finden sie übertrieben. Zu viel des Guten.

Klar, für Weihnachten werde ich auch das ein oder andere backen und das werden auch alle essen. Trotzdem werden alle von mir erwarten, dass ich ihre Sachen genauso esse. "Sei doch nicht so"...

Joachim hat geschrieben: Es ist ja eigentlich seine Sache, aber ich würde ihm auf jeden Fall bewußt machen, daß er damit ein schlechtes Vorbild abgibt und deine Bemühungen, eure Tochter gesund zu erhalten, sabotiert.
Dass z.B. in Wurst Zucker drin ist, weiß er und ist auch einverstanden, dass unsere Tochter das eher nicht kriegen soll. Selbst darauf verzichten will er aber auf keinen Fall. Auf lange Sicht ein Dilemma. Das Buch hab ich übrigens gar nicht. :wink:

Joachim hat geschrieben: Aber sei dir bitte bewußt, daß du, je größer deine Tochter wird, umso mehr die Kontrolle verlieren wirst.
Ja, das ist mir klar. Aber eine gesunde Grundlage möchte ich ihr mitgeben. Einen gesunden Appetit, einen guten Umgang mit Essen.

Joachim hat geschrieben: Schwierig. Ich würde einfach die frischen Zutaten sehr fein reiben und unter das erhitzte Essen mischen. Sie bekommt ja vermutlich noch den einen oder anderen Brei, da geht das ganz prima. Ansonsten kann sie aber doch mit den Schneidezähne schon prima auf Karotten und ähnlichem herumnagen, oder? Selbst wenn sie davon nicht satt wird - sie gewöhnt sich an den Geschmack von Frischkost.

Nein, sie bekommt keinen Brei. Sie bekam nie welchen, wir haben baby-led weaning gemacht, also Beikost ohne Brei und ohne Füttern. Abends isst sie ca. ein ganzes Brot und z.B. zwei Streifen Paprika. Ich frage mich nur, welches Gemüse ich ihr im Winter geben kann. Ansonsten muss ich eben spanische Paprika und Gurken kaufen. :?
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Mi 16. Nov 2011, 20:36

trolljente hat geschrieben: nur aus Gewichtsgründen

DAS kommt ja noch dazu! Ich wiege eh nicht viel, habe durchs Stillen nochmal ein bisschen abgenommen und das ist für meine Familie auch ein Grund, zu sagen, dass ja GERADE ICH das Süße brauche. :lol: :roll:

trolljente hat geschrieben: Aber ganz kann ich mich diesen anderen Einflüssen nicht verwehren...

Die Illusion habe ich auch gar nicht. Natürlich wird meine Tochter irgendwann Wurst essen, Eis und Gummibärchen. Sie wird im Kindergarten sein, auf Kindergeburtstagen und dort alles mögliche angeboten bekommen. Ich erwarte nicht, dass sie alles ablehnt.

Übrigens ist ja die landläufige Meinung: gib deinem Kind regelmäßig kleine Mengen Süßkram, nur dann lernt es den Umgang damit. Wenn ein Kind nie Süßes bekommen, dann stürzt es sich bei der erstbesten Gelegenheit darauf und stopft sich maßlos damit voll.
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Mi 16. Nov 2011, 20:46

Chris12 hat geschrieben: Naja, das wär ja nur einmal, danach wissen sie`s ja. Musst ja auch nicht in die Tiefe gehen.

Ja, bei weitläufigen Bekannten ist das völlig ok. Meine Familie ist allerdings in Ernährungsdingen selbst recht bewandert, so dass die Fragen da doch tiefgehender wären. Zum Beispiel "warum nimmst du dann Honig, ist doch auch süß, ist doch kein Unterschied zum Zucker". Jaa, ich kenne meine Pappenheimer. :lol:

Chris12 hat geschrieben: Die Gastgeber freuen sich und ich habe auch was zu essen.

Wobei es ja schon zur Höflichkeit gehört, das zu probieren, was der Gastgeber anbietet. Nur das selbst mitgebrachte zu essen, kommt schon etwas komisch an.

Chris12 hat geschrieben: Meine Tochter hat mal im Kindergarten zu den anderen Kindern gesagt: "Ihr werdet von dem Essen alle krank!" Ich bekam dann die Beschwerde einer aufgebrachten Mutter, weil das Kind das "normale Essen" nicht mehr essen wollte. Ich habe dann meiner Tochter erklärt, dass sie am besten zu anderen Leuten nichts über das Essen sagt...

Das finde ich bei so Kleinen echt schwierig zu vermitteln. Wie sollen sie verstehen, dass andere Leute das machen, was Mama als falsch erklärt? Im Kindergartenalter ist das echt fies, finde ich.
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Tine » Mi 16. Nov 2011, 20:55

Hallo Laurentia,

Laurentia hat geschrieben:Wobei es ja schon zur Höflichkeit gehört, das zu probieren, was der Gastgeber anbietet. Nur das selbst mitgebrachte zu essen, kommt schon etwas komisch an.


würdest du auch aus Höflichkeit eine mit rauchen oder ein Glas Wein mittrinken, wenn du eigentlich nicht rauchst oder Alkohol trinkst? Ich bin da ganz klar, was ich essen möchte. Manchmal esse ich sogar etwas nicht-vollwertiges, aber nicht aus Höflichkeit, sondern, weil ich Appetit drauf habe und es selbst möchte. Ansonsten versuche ich immer klarzumachen, dass der andere sich keine Umstände machen soll. Mir macht es nichts aus, nur sehr wenig Auswahl zu haben. Aber ich esse eben nur das, was ich möchte.

Ansonsten sind meine Erklärungen auch sehr unterschiedlich detailliert. Auf Arbeit sage ich einfach, ich mag nix Süßes (der Nachtisch bei den Geschäftsessen... furchtbar!). Bei Bekannten ebenfalls oder halt gar nix. Bei Freunden erkläre ich es je nach Interesse und Hintergrund etwas genauer, Familie sowieso. Irgendwann ist's recht normal! Und je eher du damit normal umgehst, desto eher tun's die anderen auch. Vorher sattessen ist auch gut - sowohl als Erklärung (für Bekannte), als auch als Gegenmittel gegen den vielleicht aufkeimenden aber unliebsamen Appetit auf das Muggelessen.

Viele Grüße
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Mi 16. Nov 2011, 20:55

rybenka hat geschrieben:1. Möhren und Apfel reiben und mit zerdrückter Banane vermischen, statt Apfel geht auch Birne, statt Möhre Schwarzwurzel
2. Apfel und Fenchel (oder Topinambur) reiben und 1 EL Sahne oder Walnussöl dazu, eventuell noch geriebene Nüsse dazu
3. 1/2 Banane mit einigen Spinatblättern, 1 EL Sahne und etwas Wasser zu einem Smoothie vermixen

Hmm, das sind alles so breiartige Sachen, ich denke, das isst sie nicht. Sie isst seit Kurzem erst den FKB, da bin ich schon froh drum. Außerdem möchte ich auch für sie nicht extra "kochen".
Als Beispieltag: heute früh hatten wir FKB, den hat sie mit meiner Hilfe halb gelöffelt, halb selbst mit der Hand gegessen :lol: dazu Ananasscheiben. Mittags hatten wir Kürbis-Lachs-Lasagne, da hat sie wieder selbst gegessen. Genauso abends, da gab es Brot (mit Butter, Aufstrich oder Käse) und Paprikastreifen. Beim Abendessen fehlen mir einfach die Ideen, um da ein bisschen Abwechslung reinzubringen.



Soo, geschafft! Uffz, hattet ihr viel geschrieben! :thumpup:

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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Mi 16. Nov 2011, 21:00

Ah, doch noch eine Antwort! :D
Tine hat geschrieben:würdest du auch aus Höflichkeit eine mit rauchen oder ein Glas Wein mittrinken, wenn du eigentlich nicht rauchst oder Alkohol trinkst?

Klar nicht, aber das würd auch niemand erwarten. Beim Essen ist das ja einfach so üblich, da fällt man dann aus dem Rahmen (und daran muss ich mich wohl erst gewöhnen).

Tine hat geschrieben: Und je eher du damit normal umgehst, desto eher tun's die anderen auch.
Ja, wahrscheinlich hast du Recht. Aller Anfang ist schwer. :?
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Chris12 » Do 17. Nov 2011, 12:27

Laurentia hat geschrieben:Beim Abendessen fehlen mir einfach die Ideen, um da ein bisschen Abwechslung reinzubringen.

Wie wärs, wenn Du einfach Streifen von Kohl (Weiß- und Rotkohl), Chinakohl, Wirsing oder Feldsalat und Spinatblätter zum Knabbern mit auf den Tisch stellst, evtl. mit einem Dip dazu. Da kann sie bestimmt ein bisschen drauf rum kauen. Oder auch mal an nem Stück Kürbis lutschen, auch wenn das mit dem Kauen noch nicht so geht.
LG
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Do 17. Nov 2011, 19:38

Chris12 hat geschrieben:
Laurentia hat geschrieben:Beim Abendessen fehlen mir einfach die Ideen, um da ein bisschen Abwechslung reinzubringen.

Wie wärs, wenn Du einfach Streifen von Kohl (Weiß- und Rotkohl), Chinakohl, Wirsing oder Feldsalat und Spinatblätter zum Knabbern mit auf den Tisch stellst, evtl. mit einem Dip dazu. Da kann sie bestimmt ein bisschen drauf rum kauen. Oder auch mal an nem Stück Kürbis lutschen, auch wenn das mit dem Kauen noch nicht so geht.

Ja, das wäre vor ein paar Monaten noch in Ordnung gewesen, als das Töchterlein gerade angefangen hat, das Essen zu erkunden. Da fand sie es witzig, auf irgendwas herumzulutschen. Aber jetzt ISST sie ja richtig. Sie hat Kohldampf, sie will was im Magen haben. :lol: Kürbis isst sie sehr gern, aber natürlich sind die Stücke dann gekocht (beim Mittagessen). Momentan isst sie Gemüse eben meist in gekochter Form, roh fast nur Obst. Außer Paprika und Gurke fällt mir kein Gemüse ein, dass ich roh anbieten könnte.

Ich überlege gerade, ein Backwochenende mit meiner Mutter zu machen. Gemeinsam für den Advent zu backen wäre doch ein toller Auftakt in die Vollwertweihnachtszeit! :mrgreen:
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon trolljente » Do 17. Nov 2011, 21:13

Und so klein geraspeltes Gemüse??? Bin ja gerade selbst dabei und am Überlegen. Meine Jüngste kann eigentlich am besten Birne und Banane so abbeißen und kauen. Selbst bei Gurke und Paprika ist's noch schwer. Ach ja, und auch Weintrauben, aber die muss ich auch sehr klein machen... Eben auch eher Obst :wink:
LG von Sylvia
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Re: Umstellung mit Kleinkind - diesmal soll es klappen!

Beitragvon Laurentia » Sa 19. Nov 2011, 20:42

trolljente hat geschrieben:Und so klein geraspeltes Gemüse??? Bin ja gerade selbst dabei und am Überlegen. Meine Jüngste kann eigentlich am besten Birne und Banane so abbeißen und kauen. Selbst bei Gurke und Paprika ist's noch schwer. Ach ja, und auch Weintrauben, aber die muss ich auch sehr klein machen... Eben auch eher Obst :wink:
LG von Sylvia

Wie alt ist deine Tochter?

Heute habe ich zum Abendessen Tomaten gekauft. Töchterlein hat sich über die Abwechslung gefreut, aber mir war sofort wieder klar, warum man im November keine Tomaten zu kaufen braucht. :roll: Schmeckt einfach nicht, aber klar, ist ja auch nicht die Saison.

Ja, Weintrauben sind hier auch der Renner! Ich halbiere die immer, damit das Verschlucken nicht gefährlich werden kann. Obst ist ja wirklich problemlos: Birne, Banane, Trauben, Clementinen, auch mal ne Ananas oder Mango... wäre echt schön, wenn es auch ebenso viele weiche Gemüsesorten gäbe. :wink:


Ja, ansonsten habe ich heute einen kleinen Teilerfolg gefeiert. Wir waren bei Freunden und ich habe vom Kuchen zwei Gabeln probiert, zugegeben, dass er lecker ist :wink: aber den Rest meinen Muggelmann essen lassen. Meine Freundin fand es in Ordnung, dass ich gemeint hab, er ist recht süß und ich möcht es wegen dem Zucker nicht essen. :thumpup: Wenn ich gewusst hätte, dass sie extra backt, hätt ich ein paar Muffins oder so mitgebracht. Naja, nächstes Mal. :wink:

Morgen möchte ich in die Weihnachtsbäckerei starten. Stollen oder Lebkuchen, mal sehen, womit ich anfange. Allerdings trau ich mich an die Bittermandeln nich ran. :roll: Meint ihr, der Geschmack leidet sehr, wenn ich die dieses Jahr einfach weglasse?

LG, Lauri
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