Frischkost versus Pausen zwischen den Mahlzeiten

Alles rund um den Einstieg in die Vollwerternährung. Was soll ich kaufen, woher bekomme ich eine Mühle, was sagt meine Familie?

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Re: Frischkost versus Pausen zwischen den Mahlzeiten

Beitragvon caliburn » Fr 16. Jun 2017, 18:19

NeleArth1960 hat geschrieben:Aber auch wenn es sogar schon Phasen, also so 2-3 Wochen, gab, wo ich roh gegessen habe, z.B. Smoothie, FKB und Salat inkl. Sprossen und Obst, habe ich dabei immer ein "Unverträglichkeitsgefühl" im Magen, er fühlt sich nach spätestens 2,3 Tagen irgendwie "angegriffen" an, ich fühle mich nie wirklich wohl/befriedigt, sondern ständig hungrig, inkl. lautem Magenknurren, das war in Besprechungen z.B. schon mal peinlich (Ich lehne die üblichen Kekse ab, störe aber dann mit meinem Magenkluckern;-))...irgendwann hab ich dann immer wenigstens ein Brot oder eine Kartoffel dazu gebraucht, um mich wieder einigermaßen ok. zu fühlen. Insofern sehe ich vom Kopf her Vieles ein, aber mein Bauch (der übrigens sonst nie besonders empfindlich war) scheint zu streiken. Vllt. kennt das auch jmd. und konnte es irgendwie überwinden?

So arg hatte ich es zwar nicht, ich habe mich durch entsprechend große Portionen schnell auf Rohkost umstellen können. aber wie ich in meinem letzten Beitrag schrieb, habe ich für mich entschlossen, dass ich nicht mehr mit allen Mitteln 100% Rohkost essen will. Das ist mir zu viel Selbstzwang. Ich lebe mit meiner Mischkost ruhiger, wenngleich ich trotzdem immer wieder einen Blähbauch habe.
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Re: Frischkost versus Pausen zwischen den Mahlzeiten

Beitragvon Zele » Mo 19. Jun 2017, 11:42

NeleArth1960 hat geschrieben:
. Aber die komplette Ernährung, ich wüsste ehrlich nicht, wie ich das in meiner Familie machen sollte. Ich kann das nur bewundern, wer das 100% hinkriegt.


Ich kann das alles so 100% nachvollziehen, was Du schreibst. Ich habe mit Mitte Zwanzig die Urkost nach Franz Konz entdeckt (jetzt bin ich 43), war auch bei ihm auf einem Seminar. Und habe mir seitdem einen Wahnsinnskopf um die Ernährung gemacht, länger als eine Woche habe ich die Rohkost, geschweige denn die Urkost (ohne großes Mischen und mit Wildkräutern) nie durchgehalten. Versagergefühle waren mein ständiger Begleiter. Vor ca. 6 Jahren habe ich dann Bruker endeckt und ich kann meine Erleichterung nicht beschreiben, dass es noch etwas zwischen Urkost und Industriekost gibt. Das hat mich irgendwie gerettet. Ich musste nicht mehr so wahnsinnig hohen Ansprüchen genügen und konnte mich trotzdem gesund ernähren.
Seitdem entspanne ich mich, in dem ich zwar immer noch viel Rohkost esse, aber gerne mit Kochkoste mische (ohne schlechtes Gewissen) und abends vollwertig koche oder auch mal ausgehe und was nicht vollwertiges esse. Ich darf es nur nicht mehrmals hintereinander machen, sonst sprießen die Fettzellen und ein krasses Trägheitsgefühl ergreift Besitz von mir. Meine Verdauung kommt dann auch zum erliegen.

Gute Erfahrung habe ich gemacht mit: Morgens Rohkost (ich esse Obstsalat mit Rohkost-Cashews und Datteln), Mittags gemischt mit hohem Rohkostanteil und Abends vollwertig-vegetarisch oder vegan. Mittags z.B. gemischter Salat mit Mandeln und Sesam, aber dann noch 3 Löffel gekochte Hirse oder Vollkorn-Qinoa (der ist leider so teuer) und einen Löffel veganer Streich, dann ist es echt ultrabefriedigend und sättigend. Du weisst nicht, wie lange ich an diesem Mittagessen gefeilt habe, weil ich immer wieder den 100% Rohkostanspruch hatte und jedesmal hatte ich Probleme mit der Befriedigung, der Sättigung etc. Wirklich Jahre kann ich damit verbringen. Und jetzt bin ich gerade zufrieden, was einem Wunder gleichkommt.

Also nicht aufgeben, aber unbedingt in Richtung 'Wohlfühlen' gehen und nicht nur irgendwelchen Ansprüchen genügen wollen. Kommt immer auf die gesundheitlichen Probleme an, die man hat. Allerdings ist es meistens nicht nur die Ernährung, sondern kombiniert mit einer inneren psychischen Blockade.

Neben leichtem Übergewicht (habe ich nicht mehr, ist aber ne eigene Geschichte warum) und leichten gesundheitlichen Problemen (Schilddrüsenunterfunktion, Trägheit, Verstopfung) war nämlich im Nachhinein betrachtet, mein Ego ganz schön im Spiel. Ich übertreibe jetzt, aber aus der Ferne betrachtet, war da schon so ein 'huh, ich esse ja so besonders, ich bin ja vegan, ich bin ja roh'. Das Ego versucht alles, um sich von der Masse abzuheben, entweder mit lila Haaren, mit 'ich bin ja sowas besonderes, weil ich nicht so esse, wie die anderen-Gedöns' oder hast Du nicht gesehen.
Wenn ich dieses Phänomen heute an anderen beobachte, die ständig ne Extra-Wurst brauchen, schäm ich mich heute noch. Saß auf so einem hohen dogmatischen Pferd, ohne dass ich es reiten konnte.

Lg Zele
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