barfuß laufen

Alles rund um den Einstieg in die Vollwerternährung. Was soll ich kaufen, woher bekomme ich eine Mühle, was sagt meine Familie?

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Re: barfuß laufen

Beitragvon jana67 » Mi 5. Aug 2015, 06:52

Hallo Joachim!
Ich stimme dir zu.

Und.
Ich weiss nicht, ob das der richtige Weg ist...Wenn andere damit nicht zurechtkommen, dann ist das zunächst mal allein deren Problem und es liegt an uns, inwieweit wir uns aus Höflichkeit oder Freundlichkeit ihrem Wertebild beugen wollen..


Ich möchte gern den Weg der Mitte. Der kostet mich weniger Kraft.
Ich suche Wahlmöglichkeiten für mich.
Erstmal laufe ich weiterhin auf dem Friedhof barfuß, sollte es jemanden stören, ziehe ich die Schuhe an.
Und ich erweitere meine Barfußstrecken - oder sogar meine Barfußlauffähigkeit :) .
Mein Ziel ist ohnehin barfuß zu joggen.

Freundlichen Gruß
Jana
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Mi 5. Aug 2015, 11:31

Hallo Jana,

Ich möchte gern den Weg der Mitte. Der kostet mich weniger Kraft.


Das ist verständlich. Ich wolle damit auch keineswegs sagen, dass dein Weg falsch ist oder man sich nicht mehr um die Vorstellungen anderer kümmern soll. Mir ging es nur darum, dass wir uns nicht so sehr nach anderen richten sollten, dass wir nicht mehr wir selbst sind. Die Grenze ist natürlich bei jedem anders.

Ich fahre bspw. mit der Bahn nach Hause und in meinem Wagen ist auch eine Dame, die eine Fußphobie hat und beim Anblick meiner Füße schon mal zeternd aus dem Abteil gerannt ist. Das wäre eigentlich auch nur ihr Problem, aber da ich ihr Leben ja nicht noch schlechter machen will, setze ich mich eben in eins der anderen Abteile, solange das möglich ist.

Erstmal laufe ich weiterhin auf dem Friedhof barfuß, sollte es jemanden stören, ziehe ich die Schuhe an.


Ich denke, ich würde da erst einmal das Gespräch suchen und nach den Gründen fragen. In meinem Fall oben geht das leider nicht - wenn meine Füße in ihr Blickfeld geraten, kneift sie die Augen zu. Aber generell finde ich es immer besser, mal mit den Leuten zu reden.

Und ich erweitere meine Barfußstrecken - oder sogar meine Barfußlauffähigkeit :) .
Mein Ziel ist ohnehin barfuß zu joggen.


Habe ich auch schon gemacht. Und danach drei Tage heftig Muskelkater in den Waden gehabt. ;)
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: barfuß laufen

Beitragvon jana67 » Do 6. Aug 2015, 05:58

Hallo Joachim!
Danke für deine Worte.

Ich denke, ich würde da erst einmal das Gespräch suchen und nach den Gründen fragen.

Gute Idee. Ich müsste bei mir aufpassen, dass ich den anderen nicht zu sehr von meinem Sein überzeugen will.
Ist eine Übungssache. :)

Barfuß laufen - habe am Beginn des Fastens versucht auf der Tartanbahn barfuß zu laufen.
Das ging vor 2-3 Jahren problemlos. Diesmal nicht. Zum Glück gibt es rundherum Gras. Also laufe ich dort.
Ich habe Zeit - den Rest meines Lebens :) .

Freundlichen Gruß
Jana
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Do 6. Aug 2015, 08:00

Hallo Jana,

Barfuß laufen - habe am Beginn des Fastens versucht auf der Tartanbahn barfuß zu laufen.


Das kann ich auf Tartan auch nicht, weil der Belag so elastisch ist und nachgibt. Wenn ich da mit dem Vorderfuß aufsetze, ist das eher wackelig und fühlt sich dadurch unsicher an. Die Bahnen sind halt für Schuhträger gemacht...
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: barfuß laufen

Beitragvon jana67 » Fr 7. Aug 2015, 06:01

Hallo Joachim!
Das kann ich auf Tartan auch nicht, weil der Belag so elastisch ist und nachgibt. Wenn ich da mit dem Vorderfuß aufsetze, ist das eher wackelig und fühlt sich dadurch unsicher an.

Interessant.

Ich laufe eigentlich gern auf diesem weichen Belag. Nur meine Füße wollten diesmal nicht.
An der Ostsee laufe ich auch gern am Wasser und es ist auch weich. Es läuft sich fantastisch.
Kennst du das?
Gibt es da einen Unterschied?
Für mich nur im pikenden Tartan.

Freundlichen Gruß
Jana
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Fr 7. Aug 2015, 07:23

Hallo Jana,

An der Ostsee laufe ich auch gern am Wasser und es ist auch weich. Es läuft sich fantastisch.


Ich laufe auch am Sandstrand wie auf rohen Eiern, weil ich gewohnheitsmäßig mit dem Vorderfuß auftrete und das dann "seltsam" ist. Das scheint aber an dem unebenen Sand zu liegen, denn am Wasser wo er glattgespült ist, laufe ich interessanterweise auch wunderbar.

Gibt es da einen Unterschied?


Ich kann mir das nur so erklären, dass der Sand am Wasser sich verfestigt, wenn man einsinkt und der Fuß so einen quasi festen Untergrund hat. Tartan macht das nicht, der federt zurück und ich vermute mal, dass es das ist, was zu meinem unsicheren Lauf führt.
Liebe Grüße,

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Re: barfuß laufen

Beitragvon kekks » Do 20. Aug 2015, 20:29

Ich finde ganz toll, dass ihr barfuß lauft. Ich würde auch so gern, aber traue mich das nur selten.

Ich dachte immer, Barfußlaufen auf Beton und Stein wäre auf Dauer ungesund? Wäre es nicht besser in diesen Fällen Schuhe zu benutzen? Was sind denn eure Erfahrungen dazu?
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Fr 21. Aug 2015, 09:12

Hallo kekks,

Ich finde ganz toll, dass ihr barfuß lauft. Ich würde auch so gern, aber traue mich das nur selten.


Warum traust du dich denn nicht? Wovor hast du Angst?

Ich dachte immer, Barfußlaufen auf Beton und Stein wäre auf Dauer ungesund?


Nur wenn man falsch läuft und das falsche Laufen haben wir uns durch ständiges Schuhetragen angewöhnt. Die Dämpfung der Schuhe erlaubt es uns, mit der Ferse aufzutreten und wenn wir das auch auf Beton und Stein machen, führt das auf Dauer mit Sicherheit zu Schäden. Wenn man von Schuhen auf Barfuß umsteigt, dann muss man sich diese antrainierte Gangart erst einmal wieder abgewöhnen und statt mit der Ferse mit dem Vorderfuß auftreten. Dann dämpfen auch wieder die Fußmuskulatur und die Sehnen über den Wadenmuskel den Aufprall, so wie die Natur das eigentlich auch vorgesehen hat. Am Anfang sollte man das aber langsam angehen lassen - bei vielen ist diese Muskulatur durch die Schuhe degeneriert und die Achillessehne verkürzt. Das muss sich erst wieder langsam beheben.

Wäre es nicht besser in diesen Fällen Schuhe zu benutzen?


Wenn man nicht mehr auf dem Vorderfuß laufen kann, wäre das die einzige Möglichkeit. So wie Krücken für jemanden mit Arthritis die letzte Möglichkeit zu laufe sind...
Liebe Grüße,

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Re: barfuß laufen

Beitragvon kekks » Do 3. Sep 2015, 11:08

Angst? Vor den blöden Blicken und Sprüchen anderer, Fremder, Familie, Freunde usw. Ich mach so schon einiges "unnormale" und muss mir schon eine Menge anhören wie zB "Du bist verrückt" (wortwörtlich) oder "Egal was es gibt, du musst es immer anders machen wie die anderen" (sinngemäß). Barfuß wäre der Gipfel von allem. Wenn ich die Gelegenheit habe, wo ich halbwegs ungestört laufen kann, dann geh ich auch Barfuß seit Jahren.

Ich denke mal, aus diesem Grund gehen auch viele andere Menschen mit Schuhen, obwohl sie lieber Barfuß gehen würden.
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Do 3. Sep 2015, 12:03

Hallo kekks,

Angst? Vor den blöden Blicken und Sprüchen anderer, Fremder, Familie, Freunde usw.


Meiner Erfahrung nach existiert so etwas vor allem im eigenen Kopf. Die meisten bemerken das gar nicht und die die es bemerken, denken sich einfach nur ihren Teil. Das sind locker 99% der Begegnungen. Das restliche 1% reagiert irgendwie, schaut komisch, stupst seine Freunde an oder holt das Handy raus. Nur ganz wenige, vielleicht einer von Tausend, spricht dich wirklich an. Meist freundlich und neugierig. Und noch seltener ist mal ein Depp dabei, der einem irgendwas nachruft.

Der Punkt ist: Was ich nicht mitbekomme, existiert für mich auch nicht. Ich weiß nicht, ob die anderen etwas bemerken. Ich weiß auch nicht, was sie denken, wenn sie es bemerken. Ich kann das nur vermuten. Warum aber sollte ich mir darüber Gedanken machen, was andere denken könnten? Ich habe die Wahl, das zu machen, was mein Herz mir sagt und was mir Spaß macht - oder mir das aufgrund einer blanken Vermutung selbst zu verbieten. Und heh - ich habe dieses Leben nicht, um die Erwartungen wildfremder Menschen zu erfüllen, sondern Erfahrungen zu machen und Spaß zu haben. :mrgreen:

Familie und Freunde sind natürlich eine andere Kategorie als Fremde, aber mit denen kann man ja reden. Und für barfuß gibt es ja jede Menge guter und plausibler Gründe. :)

Ach und noch etwas: Wir denken immer, die anderen sehen das negativ, aber meine Erfahrung aus diversen Gesprächen mit Fremden ist eher, dass die meisten das tatsächlich cool finden und selbst gerne machen würden. Sie trauen sich nur nicht und haben dann diverse "Argumente" um ihre Mutlosigkeit vor sich selbst zu rechtfertigen, wie Scherben oder Schmutz.

Ich mach so schon einiges "unnormale" und muss mir schon eine Menge anhören wie zB "Du bist verrückt" (wortwörtlich) oder "Egal was es gibt, du musst es immer anders machen wie die anderen" (sinngemäß). Barfuß wäre der Gipfel von allem.


Ich dachte auch mal, dass barfuß der Gipfel wäre. War aber offenbar erst der Anfang. ;) Sprüche wie oben kenne ich auch aus dem Verwandenkreis. Der eine oder andere kann es eben nicht nachvollziehen, weil er sein Lebensziel darin sieht, möglichst angepasst zu sein und ja nicht aufzufallen, damit die anderen ja nicht über einen reden. ;)

Ich denke mal, aus diesem Grund gehen auch viele andere Menschen mit Schuhen, obwohl sie lieber Barfuß gehen würden.


Ja, mit Sicherheit. Weil sie Angst vor dem Urteil der anderen haben. Aber wenn ich mein Leben nach den Wünschen Anderer ausrichte, dann lebe ich deren Leben und nicht meins. Dann mache ich mich selbst zu ihrem Sklaven, statt frei zu sein.
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Re: barfuß laufen

Beitragvon kekks » Do 3. Sep 2015, 12:27

Joachim hat geschrieben:Familie und Freunde sind natürlich eine andere Kategorie als Fremde, aber mit denen kann man ja reden. Und für barfuß gibt es ja jede Menge guter und plausibler Gründe. :)

Ich hab da leider einige in der Familie, mit denen man absolut nicht reden kann. Egal wie viele Gründe man nennt. Egal wie gut die Gründe sind. Und glaub mir, ich kämpfe in manchen Bereichen schon ziemlich hart darum, "anders" zu sein.

Ach und noch etwas: Wir denken immer, die anderen sehen das negativ, aber meine Erfahrung aus diversen Gesprächen mit Fremden ist eher, dass die meisten das tatsächlich cool finden und selbst gerne machen würden. Sie trauen sich nur nicht und haben dann diverse "Argumente" um ihre Mutlosigkeit vor sich selbst zu rechtfertigen, wie Scherben oder Schmutz.

Diese Gründe habe ich nicht. Ich wohne in einem scherbenreichen Stadtviertel :( und wir (ich und meine Kinder) laufen auch ab und zu darüber. Vorsichtig. Es ist interessant zu sehen, wie konzentriert und gewissenhaft schon so kleine Zwerge sein können.


Ja, mit Sicherheit. Weil sie Angst vor dem Urteil der anderen haben. Aber wenn ich mein Leben nach den Wünschen Anderer ausrichte, dann lebe ich deren Leben und nicht meins. Dann mache ich mich selbst zu ihrem Sklaven, statt frei zu sein.


Das ist richtig. Aber ich finde, man sollte zumindest in einer Ehe und ähnlichem auch Kompromisse eingehen. Wenn ich mir meinen Mann nochmal aussuchen könnte, ich würde ihn nicht mehr wählen. Ich möchte aber wegen der Kinder mit ihm zusammen bleiben und all zu viele Diskussionen ersparen. Ich kann von ihm keine Kompromisse erwarten, wenn ich immer alles nach meinem Kopf mache.
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Do 3. Sep 2015, 13:16

Hallo kekks,

Ich hab da leider einige in der Familie, mit denen man absolut nicht reden kann. Egal wie viele Gründe man nennt. Egal wie gut die Gründe sind.


Meine Familie, also Frau und Kinder, haben damit keine Probleme mehr - der Rest schon, aber der hat ja keine "Verfügungsgewalt" über mich. ;) Wir und speziell ich haben eine lange Historie darin, anders zu sein, so gesehen ist das für die meisten nichts ungewöhnliches.

Und glaub mir, ich kämpfe in manchen Bereichen schon ziemlich hart darum, "anders" zu sein.


Ich bin jetzt natürlich neugierig: In welchen denn? Musst du natürlich nicht beantworten, wenn du nicht möchtest.

Es ist interessant zu sehen, wie konzentriert und gewissenhaft schon so kleine Zwerge sein können.


Finde ich aber toll, dass sie da mitmachen. :) Meine Tochter ist auch ab und zu mal barfuß, das ist aber weniger geworden, weil der Gruppendruck in der Schule gerade bei Teenagern ziemlich groß ist.

Aber ich finde, man sollte zumindest in einer Ehe und ähnlichem auch Kompromisse eingehen.


Natürlich. Kompromisse sind immer dann nötig, wenn es um den gemeinsamen Besitz geht (wozu ich jetzt fieserweise auch mal Kinder und Haustiere zähle ;) ). Wenn es aber um mich geht, muss ich doch feststellen, dass keiner von uns mit der Ehe in den Besitz des anderen übergegangen ist. Ich freue mich natürlich, wenn meine Frau mich fragt, ob sie sich die Haare rot färben lassen soll, aber die Entscheidung liegt alleine bei ihr. Selbst wenn mir rote Haare nicht gefallen würden, würde ich sie dabei unterstützen, weil es ihre Entscheidung ist und ihr Herz daran hängt. Warum sollte ich sie unglücklich machen, indem ich ihr etwas verbiete, das ihr Spaß macht? Und genau so erwarte ich das natürlich auch umgekehrt, denn auch ich möchte nicht an der freien Entfaltung meiner Persönlichkeit gehindert werden. Ich sehe die Ehe nicht als Besitz- oder Machtverhältnis, sondern als eine Partnerschaft, in der man sich gegenseitig unterstützt und dem anderen hilft, sich zu entwickeln und zu entfalten.

Wenn ich mir meinen Mann nochmal aussuchen könnte, ich würde ihn nicht mehr wählen. Ich möchte aber wegen der Kinder mit ihm zusammen bleiben und all zu viele Diskussionen ersparen.


Das kann ich nachvollziehen, auch wenn ich das selbst vermutlich nicht tun würde. Unter dem Strich haben die Kinder ja keinen Vorteil von einer unglücklichen Mutter und einem gespannten Verhältnis. Ich weiß, es heißt immer, die Kinder würden unter einer Trennung leiden, aber das hängt auch davon ab, wie man die Trennung gestaltet. Man kann ja trotzdem befreundet bleiben und Dinge gemeinsam unternehmen, aber jeder bekommt ein Stückchen seiner Freiheit zurück und das entspannt vieles.
Liebe Grüße,

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Re: barfuß laufen

Beitragvon kekks » Do 3. Sep 2015, 20:25

Meine Kinder sind im dem Alter, wo Barfuß laufen noch super toll ist.

Dinge, für die ich "kämpfe" zB:
- Das sogenannte Langzeitstillen. Meiner Meinung nach ist es ein normallanges Stillen. Seit mein Kind etwa 1 ist, muss ich mir immer wieder anhören, es sei zu Groß dafür. Ich ernte oft von Ihm böse Blicke, wenn ich es in der Öffentlichkeit (verdeckt) stille.
- Kita frühestens mit 3 Jahren, da ich meinem Kind das Trennungstraumata weitestgehend ersparen möchte. In seinem Heimatland geben berufstätige Mütter ihre Babys mit 4 Monaten weg, muss ich mir anhören.
Meine Mama gibt ihm bei beiden Themen Rückendeckung.
- Mein Mann hätte am liebsten, dass ich immer (24/7) perfekt gestylt und gekleidet bin wie eine Prinzessin. Ich kleide mich allerdings relativ durchschnittlich.

Es gibt noch anderes, um das ich teilweise schon seit vielen Jahren mit ihm ringe. Er gibt nicht auf.

Eine Trennung ist nicht so einfach. Das Thema gab es schon und er sagte mir, er würde dann in sein Heimatland zurück kehren.

Natürlich. Kompromisse sind immer dann nötig, wenn es um den gemeinsamen Besitz geht (wozu ich jetzt fieserweise auch mal Kinder und Haustiere zähle ;) ). Wenn es aber um mich geht, muss ich doch feststellen, dass keiner von uns mit der Ehe in den Besitz des anderen übergegangen ist. Ich freue mich natürlich, wenn meine Frau mich fragt, ob sie sich die Haare rot färben lassen soll, aber die Entscheidung liegt alleine bei ihr. Selbst wenn mir rote Haare nicht gefallen würden, würde ich sie dabei unterstützen, weil es ihre Entscheidung ist und ihr Herz daran hängt. Warum sollte ich sie unglücklich machen, indem ich ihr etwas verbiete, das ihr Spaß macht? Und genau so erwarte ich das natürlich auch umgekehrt, denn auch ich möchte nicht an der freien Entfaltung meiner Persönlichkeit gehindert werden. Ich sehe die Ehe nicht als Besitz- oder Machtverhältnis, sondern als eine Partnerschaft, in der man sich gegenseitig unterstützt und dem anderen hilft, sich zu entwickeln und zu entfalten.


Schade, dass du nicht mehr zu haben bist :wink:
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Re: barfuß laufen

Beitragvon kekks » Do 3. Sep 2015, 20:31

Joachim hat geschrieben:Ja, mit Sicherheit. Weil sie Angst vor dem Urteil der anderen haben. Aber wenn ich mein Leben nach den Wünschen Anderer ausrichte, dann lebe ich deren Leben und nicht meins. Dann mache ich mich selbst zu ihrem Sklaven, statt frei zu sein.

Freiheit ist relativ. Wir müssen uns immer irgendwo anderen unterordnen und stehen ständig vor der Entscheidung, uns nach den Wünschen anderer zu richten oder nicht. Freiheit ist eine Illusion.
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Re: barfuß laufen

Beitragvon Joachim » Fr 4. Sep 2015, 07:16

Freiheit ist eine Illusion.


Wir sind alle frei. Wenn wir Freiheiten aufgeben, dann tun wir das freiwillig, weil wir uns bewußt oder unterbewußt einen Vorteil davon versprechen. Diesen Verzicht auf eine Freiheit haben wir nur selten bewußt gewählt, sondern wir nehmen ihn hin, weil es alle machen und wir ihn nie in Frage gestellt haben. Wenn wir Schuhe anziehen, dann tun wir das, weil es alle machen. Und alle machen es, weil sie sich Argumente zurechtgelegt haben, die ebenfalls niemand mehr in Frage stellt. Diese Unfreiheit ist wie eine unsichtbare Kette, die dich daran hindert, dich anders zu verhalten. Wenn du die Kette erkennst, also merkst, dass du hier auf eine Freiheit verzichtest, kannst du die Kette ablegen. Mit dem Ergebnis, dass dich alle, die das noch nicht gemerkt haben, blöd anschauen und versuchen, dich wieder dazu zu bringen, sie wieder anzulegen.

Und das zieht sich durch unsere gesamte Existenz, das ist ein Teil dieses Spiels. Selbst unsere bloße physische Existenz hier ist ein extremer Verzicht auf Freiheit - aber eben auch ein bewußter.

Warum fällt mir gerade die Möve Jonathan ein? ;)
Liebe Grüße,

...Joachim

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