Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Alles rund um den Einstieg in die Vollwerternährung. Was soll ich kaufen, woher bekomme ich eine Mühle, was sagt meine Familie?

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Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Biggi » So 4. Sep 2016, 10:47

Guten Morgen,

nach dem ich vor knapp 5 Wochen meine Ernährung komplett umgestellt habe und mich damit fiter fühle, lese ich dennoch weiterhin Berichte über gesunde Ernährung im Internet. Immer wieder lese ich, dass Gluten als gesundheitsgefährdend gilt, egal auf welchen Seiten.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir eure Meinungen dazu schreibt. Wenn ich richtig informiert bin, ist das nach Bruker nicht problematisch, sofern es vollwertig ist, oder?
Bei den Mengen an FKB und Vollkornbrot aus dem Bioladen, die ich verzehre, wäre mir eine fachkundige Meinung einfach wichtig :D

Schönen Sonntag!

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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Joachim » So 4. Sep 2016, 18:03

Hallo Biggi,

Die Glutendiskussion ist eine der vielen Nebelkerzen, die vom eigentlichen Problem ablenken.

Warum das Gluten überhaupt zum Problem wurde, hat imho zwei Gründe:

1. Heh, je mehr Getreide die Leute essen, umso kränker werden sie. Woran das wohl liegen mag? Ah, da ist Gluten drin, das muss es sein. Laß uns die Leute davor warnen.
2. Heh, schau mal, die haben alle Angst vor Gluten! Laß uns doch glutenfreie Produkte teuer anbieten und die Angst weiter schüren!

Die Leute werden natürlich nicht vom Gluten krank, sondern von den Auszugsmehlprodukten. Da man aber niemandem erzählen will, dass er keine Auszugsmehlprodukte mehr essen soll (schlecht für die Wirtschaft), warnt man lieber vor dem Gluten (gut für die Wirtschaft). Ein Teil des Problem ist außerdem, dass die übliche Fehlernährung auch zu einer Glutenintoleranz oder Glutensensitivität (beides möglicherweise Vorstufen der Zöliakie) führen kann und diese Unverträglichkeiten wie alle ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten immer weiter um sich greifen. Indem man den Leuten erzählt, das Gluten sei schuld und sie müssten es eben meiden, kann man zweierlei erreichen: Die Leute kaufen teure glutenfreie Produkte, fühlen sich durch das Meiden der Auslöser besser, werden aber nach wie vor krank. Das nützt allen Beteiligten: Der Nahrungsmittelindustrie und der Gesundheitsindustrie. Nur halt nicht dem Betroffenen...

Immer wieder lese ich, dass Gluten als gesundheitsgefährdend gilt, egal auf welchen Seiten.


Gluten ist in fast allen Getreidesorten enthalten und die werden seit rund 10.000 Jahren verzehrt. Wäre Gluten gesundheitsgefährdend, wäre das in dieser Langen Zeit mit Sicherheit aufgefallen oder die Menschheit wäre an Zöliakie zugrunde gegangen. Beides ist nicht passiert - schlicht, weil beim Getreide nicht das Gluten das Problem ist, sondern der Verzehr von Mehlkonserven, sprich Auszugsmehlen.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Sabse » Di 6. Sep 2016, 16:50

Lieben Dank Joachim für deine Erklärung. Mir ging es ähnlich wie Biggi. Ich konnte mir zwar auch einen Teil denken, dass natürlich nicht das Gluten krank macht, denn immerhin ernährt sich die Menschheit seit Ewigkeiten davon. Trotzdem wird man irgendwann skeptisch, wenn man überall davon liest. Aber das ist ja genau das, was die Nahrungsmittel- und Gesundheitsindustrie erreichen möchte..
Eigentlich hatte ich heute viel vor. Jetzt habe ich morgen viel vor.
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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Biggi » Fr 9. Sep 2016, 18:55

Hallo Joachim,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hört sich für mich richtig und vernünftig an :D

Nach einigen Wochen der Umstellung merke ich ja auch positive Veränderungen: Leichte Gewichtsreduktion (sollte noch mehr werden), mehr Wohlbefinden, kein Heißhunger etc.

Ich mache weiter so :thumpup:

Schönen Abend,

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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Joachim » Sa 10. Sep 2016, 10:16

Hallo Biggi,

Prima, das ist doch ein schöner Anfang! Ich bin sicher, du wirst im Lauf der Zeit noch mehr positive Veränderungen feststellen. :)

Noch ein Wort zum Gluten: Für Gluten gilt letztendlich das Gleiche wie für andere Stoffe (bspw. Lactose oder Fructose) auch: Unser Organismus ist auf die in der Natur vorkommenden Mengen ausgelegt und ein Mehr davon kann zu Störungen des Organismus durch Überlastung führen. Ich spreche das deshalb an, weil das bei heutigen Getreidesorten, die auf hohe Konzentrationen gezüchtet wurden, unter Umständen auch eine Rolle spielen könnte. Das trifft ganz besonders auf Auszugsmehle zu, weil hier das Gluten durch das Fehlen von Keim und Randschichten aufkonzentriert wird (Das Gluten befindet sich im Stärkekern zwischen den Stärkekügelchen). Ein direkter Nachweis, dass die dadurch erhöhten Glutenmengen zu Krankheiten führen, habe ich allerdings noch nicht gesehen.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Marita » Di 13. Sep 2016, 15:30

Hallo zusammen,

was oftmals nicht bekannt ist - Bäckerein verwenden für Brot und Brötchen den Zusatzstoff Weizenkleber bzw. Weizengluten.
Dieses Eiweißkonzentrat wird aus dem Weizen isoliert und ist ein Produkt, das für eine lockere Krume und ein besseres Volumen
sorgen soll - auch das Brote gut gelockert, schnittfest und bestreichfähig sind.
Sogar in Bio-Bäckerein wird es vor allem als "Helferlein" für Brötchen verwendet - auch für " Vollkornbrötchen ".

Diese meist täglich verzehrten Dosen an konzentriertem Gluten sollten ebenfalls bedacht werden.

Euch noch eine schöne Woche :)
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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Sabse » Mi 21. Sep 2016, 09:01

Marita
:shock: Das ist ja n Ding! Das wusste ich noch gar nicht und dann auch noch Bio-Bäckereien..
Eigentlich hatte ich heute viel vor. Jetzt habe ich morgen viel vor.
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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon sonnenkind » Mi 21. Sep 2016, 23:18

Sabse hat geschrieben:Marita
:shock: Das ist ja n Ding! Das wusste ich noch gar nicht und dann auch noch Bio-Bäckereien..


Oh ja, die dürfen einiges was man so nicht denken würde. Grade erst unlängst festgestellt: http://www.meistermarken-ulmerspatz.de/ ... engold.pdf
Es kommt nicht darauf an, zu erkennen, sondern das Erkannte zu tun

Weisheit von einem Yogiteebeutelpapierchen ;-)
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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon caliburn » Do 22. Sep 2016, 18:07

sonnenkind hat geschrieben:
Sabse hat geschrieben:Marita
:shock: Das ist ja n Ding! Das wusste ich noch gar nicht und dann auch noch Bio-Bäckereien..


Oh ja, die dürfen einiges was man so nicht denken würde. Grade erst unlängst festgestellt: http://www.meistermarken-ulmerspatz.de/ ... engold.pdf


iiihh, das ist ja ekligste Chemiefabrik! :evil:
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Re: Gluten-Diskussionen in den öffentlichen Medien

Beitragvon Fenii1983 » Fr 23. Sep 2016, 14:21

Ach das mit Gluten wird irgendwie total unnötig medial aufgespielt. Ich glaube das ist auch nur so populär geworden weil irgendein amerikanischer Promi damit angefangen hat. Aber an sich ist das total harmlos. LG
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