Umstellung auf Vollwertkost

Alles rund um den Einstieg in die Vollwerternährung. Was soll ich kaufen, woher bekomme ich eine Mühle, was sagt meine Familie?

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Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Joachim » Di 2. Mai 2006, 00:09

Umstellung auf Vollwertkost

Ich würde für die Umstellung folgenden Fahrplan empfehlen. Man kann dabei in Ruhe einen Schritt nach dem anderen machen und sich jeweils mit den Hintergründen beschäftigen - es ist ja immer schwierig, wenn man einfach etwas macht, weil es irgendjemand so gesagt hat. Wesentlich einfacher ist es, wenn man auch weiß, warum man es macht:

1. Versuche den Fabrikzucker soweit wie möglich aus deiner Ernährung zu streichen.

Das ist deshalb am Anfang wichtig, weil der Fabrikzucker Vollkornprodukte unverträglich macht. Deshalb kommen Vollkornprodukte auch erst später ins Spiel. Unter Fabrikzucker fallen alle raffinierten Kohlenhydrate, auch die vermeintlich gesunden Alternativen wie Rohzucker, Ursüße, Rapadura, Dicksäfte, Ahornsirup und natürlich die oft in fertigen Produkten versteckten Fabrikzucker wie Glukosesirup, Maltose, Fructose, Maltodextrin, Laktose, Gerstenmalz, usw.

2. Streiche (fertige) Säfte aus der Ernährung

Säfte sind zwar sicherlich wertvolle Lebensmittel, aber sie haben zwei Probleme: Zum einen trinkt man sie meist zu schnell, worauf unser Körper nicht eingerichtet ist, denn das ursprüngliche Obst würde man nie so schnell essen können - zum anderen ist der Saft nur ein Teil des ursprünglichen Obstes, der wasserlösliche Teil. Es ist also besser, gleich das Obst selbst zu verzehren. Gegen einen frisch gepreßten Saft ab und zu ist aber nichts einzuwenden, wenn man ihn verträgt.

Meiden sollte man fertige Säfte aus dem Supermarkt. Diese Säfte sind konserviert und in fast allen Fällen wird diesen Säften Fabrikzucker zugesetzt - selbst dann, wenn 'zuckerfrei' auf der Flasche steht. Glukosesirup zählt nämlich nach dem Lebensmittelrecht nicht als Zucker und kann daher auch beim Aufdruck 'zuckerfrei' in erheblichen Mengen zugesetzt sein. Das ist vor allem bei Säften aus Konzentrat der Fall, dort muß es auch nicht deklariert werden.

3. Erhöhe den Frischkostanteil in deiner Ernährung.

Wenn man nicht an ernährungsbedingten Krankheiten leidet, sollte der Frischkostanteil mindestens 1/3 der Ernährung ausmachen. Er darf natürlich auch höher liegen und falls man unter ernährungsbedingten Krankheiten leidet, sollte er auch höher liegen. Unter Frischkost fallen alle unerhitzten Gemüse, Salate und Obst. Natürlich sollte man sie lecker mit einem entsprechenden Dressing anrichten - das ganze soll ja Appetit machen. :) Oft hat man keine Zeit oder Lust, großartig Salate anzurichten oder man ist unterwegs - dann kann man Obst und Gemüse natürlich auch prima mitnehmen und einfach so essen. Ideal sind hier bspw. Kohlrabi, Karotten, Paprika, Zucchini und ähnliches. Das Obst sollte nicht mehr als 1/3 des Frischkostanteils ausmachen.

4. Meide Fabrikfette bzw. -Öle und ersetze sie durch naturbelassene Fette und Öle.

Das betrifft zunächst einmal die Margarine, die so extrem stark verarbeitet ist, daß sie eigentlich überhaupt nicht in eine Ernährung gehört. Stattdessen verwendet man Butter. Beim Öl ersetzt man die billigen raffinierten Öle durch kaltgepreßte, sog. native Öle. Leider sind die auch etwas teurer, aber man benötigt davon ja nicht viel.

Wenn man Fabrikfette und -Öle meidet, dann betrifft das auch alle fertigen Produkte, die diese Fette und Öle enthalten. Damit fallen nahezu alle Fertigprodukte, Tiefkühlgerichte und ähnliches aus der Ernährung heraus.

5. Ersetze Auszugsmehl durch Vollkornmehl bzw. die entsprechenden Produkte, die daraus hergestellt werden.

Betroffen sind davon zunächst einmal die Mehle, die man im Haushalt verwendet. Hier sollte man auf frisch gemahlenes Vollkornmehl umstellen. Das kann man sich am Anfang noch nach Bedarf im Bioladen mahlen lassen, aber über kurz oder lang ist eine eigene Getreidemühle wesentlich praktischer (ab ca. 170 Euro). Frisches Vollkornmehl sollte man nicht lange lagern, sonst verliert es seine Inhaltsstoffe und ist bald nicht besser als Auszugsmehl.

Wenn man das Glück hat und einen Bäcker in der Nähe hat, der das Getreide tatsächlich noch frisch mahlt, dann kann man Brot und Brötchen natürlich dort kaufen. Wenn nicht, backt man einfach selbst und das ist wesentlich einfacher, als man erst einmal denkt. Rezepte und Tipps dazu gibt es jede Menge im Wiki und im Forum. :)

Das Thema betrifft aber auch andere Nahrungsmittel, vor allem Nudeln und Reis. Bei Nudeln verwendet man Vollkornnudeln, bei Reis den ungeschälten Naturreis. Beides ist Anfangs etwas ungewohnt, weil die Konsistenz etwas 'rauher' ist. Es gibt aber Vollkorn Nudel- und Reissorten, die sich fast nicht von den Produkten aus Auszugsmehl unterscheiden, bspw. Nudeln mit Hirsemehl oder Basmati-Naturreis.

6. Als letztes kommt das Frischkorngericht

Ich empfehle das Frischkorngericht deshalb als letzten Schritt, damit möglichst viel Zeit zwischen dem Fabrikzucker und dem Frischkorngericht liegt. Beides zusammen verträgt sich bei den meisten Menschen nicht und führt dann zu Darmgrummeln und Blähungen. Wenn man noch keine Getreidemühle hat, kann man auch eine kleine Kaffee-Handmühle verwenden (Omas Modell mit dem Schublädchen und der Kurbel). Diese Mühlen findet man oft für wenig Geld - sie sollten aber unbenutzt sein, sonst schmeckt der Frischkornbrei nach Kaffee.. ;) Das Rezept für den Frischkornbrei steht im Wiki. Alternativ kann man das Frischkorngericht natürlich auch mit gekeimtem Getreide zubereiten oder Getreide verwenden, das nicht geschrotet werden muss, wie bspw. Buchweizen.

Eines muß noch gesagt werden: Es geht hier um einen Ernährungsumstellung. Jede Ernährungsumstellung, gleich welcher Art, führt dazu, daß sich die Darmflora an die neue Ernährung anpassen muß. Das ist keine Eigenheit der Vollwertkost, sondern passiert bspw. auch im Urlaub, wenn man in fremden Ländern plötzlich anders ißt. Die Darmflora benötigt einige Zeit, um sich an die neue Situation anzupassen. Bei der Umstellung von Zivilisationskost auf Vollwertkost dauert das im Schnitt 4-8 Wochen. Während dieser Zeit kann es zu Unpäßlichkeiten kommen, bspw. zu Blähungen. Das verschwindet wieder, sobald sich die Darmflora umgestellt hat. Einige merken davon auch überhaupt nichts.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Danke !!!

Beitragvon Claudi » Fr 11. Mai 2007, 15:42

:lol: Hallo Joachim,ich bin grad neu dazugestossen und wollte gerade ein Thema formulieren wo ich fragen wollte wie man nun die Ernährung umstellt und schwups habe ich Deinen Beitrag gefunden,gelesen und bin schon etwas schlauer :P

LG
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auch nach dem Frischkornbrei bald wieder hungrig

Beitragvon cmlaaru » Fr 1. Jun 2007, 18:00

Hallo,

ich esse seit einigen Wochen morgens den Frischkornbrei und bin ansonsten dabei, meine Ernährung langsam umzustellen, genauso wie mein Mann. Folge Schwierigkeit habe ich: Generell hat mein Mann ca. 1-2 h nach jedem Essen wieder Hunger und isst dann wieder etwas. Ich hatte eigentlich gehofft, dass sich das mit der Einführung des Frischkornbreis erledigen würde, leider ist das nicht der Fall, auch nach diesem isst er spätestens 2 Stunden danach erneut. Nun bin ich am überlegen, ob es wohl daran liegt, dass sein Darm einfach superschlecht resorbiert oder gibt es einfach Menschen, die andauernd essen müssen?
Grüße
Claudia
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Beitragvon kosi » Do 7. Jun 2007, 21:40

Hallo, bin neu hier und bin grad dabei meine Ernährung so weit als möglich auf vollwertig umzustellen. Wichtig ist mir dabei, das meine Familie das annimmt, hat wohl keinen Sinn, wenn ich koch, und keiner ißt es.

Lieber Joachim, was spricht gegen Malz, das ist lt.meiner Information ein Zweifachzucker und daher eine gute Alternative zum Zucker, oder nicht?

LG Kosi
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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Chayenne » So 24. Aug 2008, 13:05

Hallo !
Auch ich bin NEU hier,bevor mein Gatte und ich total auf VWK umgestellt haben machten wir eine Darmreinigung (Dr.med.F.X.Mayr) allerdings in abgeschwächter Form!Danach eine Milde Ableitungsdiät n. Mayr,wobei bei uns der Zucker sofort gestrichen wurde den ganzen Zauber aber nur 3 Wochen lang und anschließend total auf VWK umgestellt. Es gibt bei uns KEINEN ZUCKER und auch KEINEN SÜßSTOFF!!!
Mein Gatte hat 11.60 kg und ich 9.10kg seit 3.Juni d. J. ohne zu Hungern abgenommen.Wir fühlen uns beide Pudelwohl...Aus heutiger Sicht kann ich nur sagen SCHADE das wir dies nicht schon früher machten.
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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon midnightlady » Mi 4. Feb 2009, 23:43

Mir faellt der Anfang unheimlich schwer. 2004 hat die Vollwerternaehrung bei uns so gut geklappt. Ich muss dazu sagen, dass es in England etwas schwieriger ist, Getreideprodukte zu finden. Ist noch viel teurer und seltener. Kohlrabis habe ich hier noch nie gesehen, dafuer Pastinaken. :D
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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Marlis » Di 11. Mai 2010, 14:34

Ich habe mir nochmal die Ernährungsgrundsätze angesehen.

Im Forum wird ja viel über keimfähiges Getreide diskutiert und über Fleisch.
Aber kann es sein, dass der Punkt 3 gerne vergessen wird?

Es heißt bei Bruker, dass mindestens 1/3 der Nahrung (bei Kranken bedeutend mehr) aus Frischkost bestehen muss. Davon sollte wiederum 2/3 Gemüse und Blattgemüse und nur 1/3 Obst sein. Das Getreide des Frischkornbreis wird da aber wohl nicht mit rein gezählt. Ebenso scheint er mir Saaten und Nüsse da nicht mit rein zu zählen. (Berichtigt mich, wenn ich falsch liege!)

Das heißt doch aber, wenn man frühs einen Frischkornbrei mit 1 Apfel isst, sollte man dazu auch die etwa doppelte Menge Gemüse noch mit dazu essen (im Moment Möhren, Radieschen, Rettiche, dann Kohlrabi, Gurken, Tomaten ... gibt ja eine ganze Menge, dass sich nett dazu essen lässt). Das würde bei einigen sicher auch das Problem mit dem Hunger nach kurzer Zeit lösen.

Wenn es mittags ein normales gekochtes Essen gibt, sollte man doch schon vorher einen Blattsalat essen, der, wenn er 1/3 des Essens ausmachen soll, gar nicht so klein sein darf - ist ja nicht viel dran an den Blättern. Und dazu dann eventuell etwas Obst.
Das gekochte Gemüse im Mittagessen zählt ja nicht zu dem 1/3 Frischkostanteil.

Abends ist es dann mit der Frischtkost etwas einfacher, wenn man auf dem VWK-Brot dick aus Gemüse hergestellte unerhitzte Aufstriche isst.

Und ich schätze, es heißt auch, dass wenn es zum Kaffee VWK-Kuchen gab (der ja eine hohe Nahrungsmitteldichte aufweist), das Abendessen vielleicht doch besser nur aus Gemüse und Obst bestehen sollte.
Oder :?:
Marlis
 

Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Tine » Di 11. Mai 2010, 15:01

Hallo Marlis,

so strenge Vorgaben gibt es da nicht. Jeder muss für sich selbst sehen, wie wichtig ihm die Gesundheitsvorsorge mit entsprechend Frischkost ist.

Jedenfalls ist das nicht so gemeint, dass zu jeder Mahlzeit entsprechend Frischkost aufgeschlüsselt in Obst und Gemüse gegessen werden muss, sondern insgesamt, über den Tag verteilt. Das ganze sind natürlich auch nur Richtlinien.

Ich fände es sehr seltsam, morgens noch Gemüse nach dem FKB zu essen. Lieber mache ich mir einen größeren FKB mit viel Obst. Danach bin ich 3 bis 4 Stunden satt. Am Wochenende gibts manchmal noch ein Brot danach. Vor dem Mittagessen musst du auch keinen Blattsalat essen, sondern kannst dir ja aus verschiedenem Gemüse einen Salat machen. Der hat dann durchaus auch mal eine ziemlich hohe Nährdichte, wenn man nicht so wässriges Gemüse nimmt. Du kannst aber auch mittags einen großen Salat essen und abends dann etwas Warmes / Brot.

Das wichtige ist nur, dass du insgesamt genügend Frischkost zu dir nimmst und davon mehr Gemüse als Obst.

Viele Grüße
Tine
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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Marlis » Di 11. Mai 2010, 15:42

Dass das nicht bei jeder Mahlzeit exakt so sein muss, ist mir schon klar. Das mit dem Blattsalat vor dem Mittagessen war ja auch nur eine Idee, wie man es gut umsetzen kann. In vielen Restaurants werden ja auch Gemüse- und Blattgemüsesalate vorm eigentlichen Essen gereicht. Einige Radieschen frühs zum FKB dazu essen, sehe ich ebenfalls nicht als Problem an. (Gut, ich mag Radieschen.) Habe mir heute auch 1 Apfel und 1 große Möhre zusammen in den FKB gemacht - auch lecker.

Es scheint mir aber manchmal so, dass die VWK ein bissl zum Freifahrtsschein für das massive Essen von Kuchen und Brot angesehen wird - so lange man eben Honig statt Zucker und frisch gemahlenes Vollkornmehl statt Auszugsmehl nimmt.
Aber ich denke, das ist nur eine Seite der Geschichte.

Die Regeln sind ja größtenteils Verbote - und die gelten ja ebenfalls absolut -
- keine Industriezucker
- keine Auszugsmehle
- keine Konserven in irgendeiner Form
- keine künstlichen Industrieerzeugnisse wie Margarine, raffinierte Fette (erweitert: Sojaprodukte ...), Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe ...
(hab ich alles?)

aber ebenso auch zwei Gebote:
- mindestens 1/3 als Frischkost, davon 2/3 Gemüse (mit der Bemerkung, dass es bei kranken Personen bedeutend mehr Frischkost sein muss)
- etwas tägliches Frischgetreide (was ja mit dem FKB abgedeckt wird)

Letzteres wird ja auch absolut interpretiert, also müsste man das mit der Frischkost ebenfalls machen. Da ja die meisten ihr Obst mit dem FKB und eventuellen Obstnascherein tagsüber abdecken, müsste also 1 Mahlzeit eigentlich komplett gemüsig sein. Im Idealfall wohl das Abendbrot - entweder als Blattsalat oder Gemüsesalat oder eben gemischt. Als Mittagessen wird das den Wenigsten zum Sattwerden reichen. Und nach einer ordentlichen Portion Salat ist ein normales Mittagessen dann zu viel. Aber nur 1 Kartoffel, 1 Klacks Soße und 1 Häufchen Gemüse (und je nach Interpretation, Moral oder wie auch immer eben 1 kl. Steack oder halt nicht) zu kochen, bringt es bei Einzelpersonen oder kleinen Familien dann irgendwo nicht. Ich sehe das ja auch mit dem Aspekt der Umsetzbarkeit im täglichen Leben.
Marlis
 

Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Appenzeller » Di 11. Mai 2010, 23:24

Hallo Marlis,

da hast du wohl was übersehen:

es gibt auch 4 Gebote. Ich hab jetzt grad die Kleinschrift "Gesund durch richtige Ernährung" zur Hand. Zuerst werden die vier "Verbote" aufgezählt, es heißt aber richtig so:

Die vier zu meidenden Speisen sind: (ich konnte nirgends das Wort "Verbot" finden)

1. Auszugsmehlprodukte

2. alle Fabrikzuckerarten

3. alle raffinierten Fette (Margarinen, gewöhnliche Öle)

4. für Magen-, Darm-, Leber- und Gallenempfindliche: alle Säfte aus Obst und Gemüse, gleichgültig, ob selbst hergestellt oder gekauft, gekochtes Obst, Trockefrüchte.


Die Speisen, die täglich gegessen werden sollten, sind:


1. Vollkornbrote, möglichst viele verschiedene Sorten

2. täglich 3 Esslöffel Getreide in Form eines Frischkorngerichtes

3. eine Frischkostbeilage, bestehend aus rohen Gemüsen und rohem Obst (z. B. als Salat)

4. naturbelassene Fette, das heißt Butter, Sahne und unraffinierte kaltgepresste Öle.

Dann heißt es weiter: "Bei bestimmten Erkrankungen ist die Vermeidung bzw. Einschränkung von Tiereiweiß empfehlenswert. Alle übrigen nicht erwähnten Speisen können täglich genossen werden.

Wo hast du den "Freifahrschein" für das "massive Essen von Kuchen und Brot" rausgelesen? Ich konnt den nirgends finden. Wenn du dir die Bücher anschaust, da gibt es Rezepte aus allen Sparten. Die richtigen Mengen findet jeder für sich selber raus, wenn er die richtigen Kenntnisse hat und je nach Gesundheitszustand.

Frischkost sollte immer vor der gekochten Kost gegessen werden (dabei ist es egal, ob etwas Obst und dann das Gekochte, oder Gemüse und dann das Gekochte). Es müssen nicht bei jeder Mahlzeit Obst und Gemüsse zusammen gegessen werden. Wenn zuerst die Kochkost gegessen wird kommt es zur Verdauungsleukozytose.

Viele Grüße

Rita
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muss gegen den Strom schwimmen!
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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Marlis » Mi 12. Mai 2010, 09:02

Guten Morgen, Rita!

Appenzeller hat geschrieben:da hast du wohl was übersehen:

War zu erwarten, hatte nur aus dem Kopf geschrieben und natürlich glatt die Säfte vergessen. Naja, die 'Verbote' sind ja eingangs gut und ausführlich erklärt worden.
Appenzeller hat geschrieben: Die Speisen, die täglich gegessen werden sollten, sind:
1. Vollkornbrote, möglichst viele verschiedene Sorten
2. täglich 3 Esslöffel Getreide in Form eines Frischkorngerichtes
3. eine Frischkostbeilage, bestehend aus rohen Gemüsen und rohem Obst (z. B. als Salat)
4. naturbelassene Fette, das heißt Butter, Sahne und unraffinierte kaltgepresste Öle.

1.2. und 4. werden im Forum ja ausführlich besprochen in verschiedenen Themen. 3. jedoch fällt nur dem aufmerksamen Leser auf, dabei sollte es 1/3 der täglichen Nahrung betragen. (Steht auch so im Forum - wenn man denn genau hin guckt.)
Appenzeller hat geschrieben:Wo hast du den "Freifahrschein" für das "massive Essen von Kuchen und Brot" rausgelesen?

Nicht in den Büchern, richtig. Aber wer NUR das Forum liest, kommt schnell zu dem Schluß. Denn so lange man Vollkornmehl und Honig nimmt, ist sozusagen nichts schlechtes dran, frühs außer dem FKB noch ein Hörnchen und dann zum Kaffee 1, 2 Stück Vollwertkostkuchen zu essen. Wenn man dann noch den Punkt 3 überliest, hat man trotzdem schnell eine nicht wirklich gesunde Ernährung.
Appenzeller hat geschrieben:Frischkost sollte immer vor der gekochten Kost gegessen werden (dabei ist es egal, ob etwas Obst und dann das Gekochte, oder Gemüse und dann das Gekochte).

Bekannt.
Appenzeller hat geschrieben:Es müssen nicht bei jeder Mahlzeit Obst und Gemüsse zusammen gegessen werden.

Natürlich nicht. Aber man darf dabei in der Summe des Tages das Gemüse nicht vergessen.
Marlis
 

Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Diätmuffeline » Mi 12. Mai 2010, 11:52

Hallo Marlis,

ich verstehe ehrlich gesagt nicht ganz, worauf Du mit Deinen Beiträgen in diesem Thread hinauswillst. Für mich liest sich das so, als ob Du hauptsächlich beanstandest, dass im Forum nicht alle wichtigen Punkte der Vollwertkost gleichwertig abgehandelt werden. Und dass ein Neuling dadurch ein schiefes Bild der VWK bekommen könnte.

Meiner Ansicht nach ist es nicht notwendig und auch nicht möglich, in einem Forum alle Themen gleichmäßig zu gewichten. Dies ist schließlich keine Artikelsammlung, sondern ein Ort des Austausches. Ich fände es ehrlich gesagt etwas seltsam, wenn jemand eine Ernährungsumstellung wie die zur VWK einzig aufgrund eines Forums vornimmt und nicht mal EIN Buch dazu liest. Hinweise auf entsprechende Literatur, allem voran "Unsere Nahrung, unser Schicksal", werden hier entsprechend an jeder Ecke gegeben.

Dass sich gewisse Schwerpunkte ausbilden liegt auch daran, dass in einem Forum eben Fragen und Probleme am häufigsten gepostet werden. Kaum jemand eröffnet Threads über gelöste Probleme. Soetwas findet sich höchstens im Bereich "Erfahrungsberichte" wieder. Wäre doch z.B. seltsam, wenn ich einen Thread aufmache, in dem ich schreibe, dass es mir garnicht aufgefallen ist, dass ich viel weniger Kuchen esse als früher, einfach weil mir das eben heute längst wirklich nicht mehr auffällt und einfach nicht mehr wichtig für mich ist.

Der von Dir wahrgenommene Schwerpunkt auf Kuchen, Süßem etc. ergibt sich einfach daraus, dass naturgemäß die Anfänger am meisten Fragen haben. Und für die meisten Anfänger ist der Zuckerentzug zunächst das größte Problem. Alte Hasen, die die VWK 2 Jahre oder länger praktizieren, essen in der Regel sehr viel weniger Kuchen - weil das Bedürfnis danach rapide sinkt. Dennoch gibt es Anlässe wie Familientreffen, Firmenfeiern oder einfach kleine Kinder (oder Männer :lol: ) im Haus, wo man als Vollwertler den Süßhunger der anderen so vollwertig wie möglich stillen möchte. Die Vollwertler, die ich persönlich kenne (und das sind mittlerweile einige), essen kaum Süßes, sondern backen vor allem für andere. Ich selbst habe früher auch oft Kekse gebacken und Nusskugeln gerollt, die Zeiten sind aber vorbei, mir fehlt das nicht mehr. Dennoch würde ich ein neues Rezept in dieser Richtung sofort posten, einfach weil ich hoffe, dass vielleicht gerade dieses Rezept irgendeinen Anfänger vor einem Rückfall bewahren könnte.

LG
Petra
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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon sula5156 » Mi 12. Mai 2010, 14:27

ein liebes Hallo von der Neuen,

also da ich ja nun seit zwei Jahren keinen Zucker und keinerlei Auszugsmehl mehr zu mir nehme, und ich auch Süßkram aß bis mir schlecht wurde, kann ich das nur bestätigen. Heute esse ich VIELLLL weniger Kuchen oder Plätzchen und wenn sind sie eh nur selbstgebacken und Vollwertig. Der Heißhunger auf etwas Süßes baut sich rapide ab. Bei mir hapert es noch bezüglich der Frischkost und die konsequenten 3 ausschließlichkeits Mahlzeiten.
Doch das habe ich mir nun fest vorgenommen statt nur 1/3 Frischkost mindestens 2/3 und mehr, doch ich brauche derzeit zu 1-2 warme Mahlzeiten bzw. zur Frischkost etwas warmen Reis, Kartoffeln oder einfach manchmal vorab eine heiße Brühe auch wenn ja die Frischkost vor dem warmen kommen soll.
Doch mir ist seit zwei Wochen laufend kalt... vielleicht stellt sich jetzt auch nur der Körper um, doch das kalte Wetter dazu...brrrr...

Ich denke auch wenn die VWK noch nicht ausgewogen zu sich genommen wird - also noch mehr Kuchen und Plätzchen - so ist es wenigstens ein Anfang... und ich hoffe nun endgültig den Absprung zu schaffen...
liebe Grüße
Ursula

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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon Joachim » Do 18. Nov 2010, 12:58

Hallo Marlis,

Ich wollte gerade etwas dazu schreiben, aber Petra / Diätmuffeline hat im Grunde bereits alles gesagt. Das Forum ist ja kein Buchersatz, sondern eine Möglichkeit als Interessierter an der Vollwerternährung Kontakt zu Gleichgesinnten zu halten und da hängt es naturgemäß sehr davon ab, womit sich die Teilnehmer am meisten beschäftigen und welche Fragen gestellt werden.

Es gibt in der Vollwerternährung auch keine strengen Richtlinien oder Verbote - es gibt nur die Information, was gesundheitlich nachteilig und was gesundheitsfördernd ist. Was der einzelne dann daraus macht, ist ihm überlassen. Es geht bei der Vollwerternährung daher viel mehr darum, zu lernen WARUM man etwas ißt oder nicht ißt und dann selbst zu entscheiden, als darum einen Ernährungsplan mit genauen Vorschriften zu bekommen, dem man dann sklavisch folgt.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Umstellung auf Vollwertkost

Beitragvon indigo_181 » Di 4. Jan 2011, 15:47

Hallo ich bin ganz neu dabei und habe ein paar Fragen hoffe diese sind hier an der Stelle richtig?

Kann man Pfefferminztee immer mit Honig trinken oder ist das schlecht?
Ist Bohnenkaffee auch schlecht? Lieber Malzkaffee?
Ich habe ziemliche Probleme mit einem Blähbauch und das aber erst so gegen Mittag nach dem Essen habe viel Rohkost gegessen mit einem Senf_Dipp, danach eine Brot.
Gibt sich das oder gibt es irgendwas das man dagegen tun kann?
Womit süßt ihr denn so, nur mit Honig? Ist Stevia erlaubt?
Ich weiß auch nicht so genau ob Rohmilchkäse geht oder nicht hab nur das Buch Das große Dr. Max Otto Bruker Ernährungsbuch, da geht auch Parmesan bin einwenig verwirrt.
Ich hab auch angst das ich noch mehr zunehme habe früher nach WeightWatchers gelebt und bin ziemlich schwer, würd ungern noch dicker werden, muß ich da was bestimmtes beachten?
In meinem Buch steht das sich das einpendelt mit dem Gewicht, aber ich kann mir das mit Sahne und Butter so schwer vorstellen.

Würd mich sehr über eine Antwort freuen.

Viele Grüße
indigo_181
 
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