Ernährung bei Prädiabetes

Themen rund um die Gesundheit. Welche Erfahrungen habe ich mit der vitalstoffreichen Vollwertkost bei Allergien, Rheuma, Übergewicht gemacht? Wie wirkt sich die Ernährung aus? Welche Rolle spielen andere Lebensumstände? Hier hinein gehören auch die Themen "Haut und Haar" und "Homöopathie".

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Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » So 19. Mär 2017, 07:51

Hallo zusammen,
ich brauch mal eine bisschen Brainstorming. :D
Mein Mann hat Probleme mit dem Blutzucker, noch kein richtiger Diabetes, aber Blutzuckerspitzen bis 260. Seit Anfang Januar haben wir konsequent auf VWK umgestellt. Keinerlei Zucker, kein Weißmehl, Obst in Maßen (keine Bananen, Trauben etc.), mehr Gemüse, Frischkost, Vollkorn. Er macht Sport und hat schon 10 kg abgenommen (bei mir sinds 7 :mrgreen: ).
Leider haben wir festgestellt, dass sein Blutzucker auf Vollkornprodukte genauso reagiert wie auf Weißmehl und die gleichen Höhen erreicht. :shock: Wir haben uns mit der LOGI-Ernährung beschäftigt, die ja auch Vollkornprodukte empfiehlt. Nur funzt das mit dem Vollkorn so gar nicht. Mein selbstgemachtes Dinkelvollkornbrot löst den selben Wert aus wie das Halbweißbrot vom Bäcker. Haferflocken zum Frühstück gehen auch nicht. 2 Stunden nach dem Essen von Getreide, egal ob Vollkorn oder nicht, ist der Blutzucker immer noch auf 200.
Kartoffeln haben diesen Effekt nicht. Abendessen z.B. mit Gemüse, Salat, Kartoffeln und etwas Fleisch macht keine Probleme. Ich bin grad etwas ratlos? Getreide ganz weglassen kanns doch auch nicht sein? Da fehlen dann doch wichtige Mineralstoffe etc.?
LG
Margot

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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Joachim » So 19. Mär 2017, 13:13

Hallo Margot,

Mein Mann hat Probleme mit dem Blutzucker, noch kein richtiger Diabetes, aber Blutzuckerspitzen bis 260.


Ich denke nicht, dass das alleine aussagefähig ist, denn es hängt ja auch davon ab, wie der Organismus darauf reagiert und wo der Nüchtern-BZ liegt.

Leider haben wir festgestellt, dass sein Blutzucker auf Vollkornprodukte genauso reagiert wie auf Weißmehl und die gleichen Höhen erreicht. :shock:


Ich habt also eine normale Vollwerternährung eingehalten, die dazu gedacht ist, ernährungsbedingte Krankheiten bei Gesunden zu verhüten...
In dieser Situation seid ihr aber nicht, denn es besteht ja bereits ein Krankheitszustand. Ein Arzt würde daher die Ernährungsempfehlungen vermutlich sehr konsequent formulieren, den Frischkostanteil stark erhöhen und auf die Nachteile des tierischen Eiweißes hinweisen. Wart ihr denn bei einem Arzt, der sich in diesen Dingen auskennt?

Wir haben uns mit der LOGI-Ernährung beschäftigt, die ja auch Vollkornprodukte empfiehlt. Nur funzt das mit dem Vollkorn so gar nicht. Mein selbstgemachtes Dinkelvollkornbrot löst den selben Wert aus wie das Halbweißbrot vom Bäcker.


Natürlich. Du darfst bitte nicht den Auslöser und die Ursache verwechseln. Beide Brote führen Stärke und damit Zucker zu und der Organismus reagiert darauf natürlich erst einmal in gleicher pathologischer Weise. Das Vollkornbrot führt nur im Gegensatz zum Bäckerbrot mehr Vitalstoffe zu, die der Organismus benötigt, um das gestörte System wieder in den Griff zu bekommen. Die Störung basiert auf vielen Jahrzehnten falscher Ernährung. Ob die nun wieder verfügbaren Vitalstoffe ausreichen, um die gestörten Prozesse wieder in Gang zu bringen und vor allem wann das der Fall sein wird, kann man nicht voraussagen.

Haferflocken zum Frühstück gehen auch nicht. 2 Stunden nach dem Essen von Getreide, egal ob Vollkorn oder nicht, ist der Blutzucker immer noch auf 200.
Kartoffeln haben diesen Effekt nicht.


Die Kartoffel hat nur einen Stärkeanteil von ca. 15% - Getreide etwa 75%. Das könnte die unterschiedliche Reaktion erklären. Reis hat übrigens einen Stärkeanteil von fast 90%.

Getreide ganz weglassen kanns doch auch nicht sein? Da fehlen dann doch wichtige Mineralstoffe etc.?


Nicht unbedingt, solange die restliche Ernährung möglichst naturbelassen und abwechslungsreich ist. Allerdings ist Getreide (unerhitzt) eine wichtige Quelle für B-Vitamine, weil es mehr davon liefert, als zu seiner Verarbeitung benötigt werden. Ein Frischkorngericht ist deshalb ja zentraler Bestandteil der Vollwerternährung - auch wenn die süße Variante hier sicher nicht angezeigt ist.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » So 19. Mär 2017, 17:09

Hallo Joachim,
danke für deine ausführliche Antwort. Beim Arzt war er noch nicht. Er möchte das erst mal über die Ernährung versuchen (worüber ich sehr sehr froh bin!), da die Geschichte auch nach seinem Verständnis ernährungsbedingt ist. Der Arzt würde höchstwahrscheinlich Medikamente verschreiben. Wenn wir ernährungstechnisch nicht weiterkommen wird er natürlich auch zum Arzt gehen. Obwohl wir Zucker schon vor Wochen aus der Ernährung verbannt haben, reagiert er mit Bauchgrummeln auf Vollkornbrot, FKB geht gar nicht. Trotzdem hat er tapfer VK-Brot gegessen, da VK ja den Blutzucker langsamer steigen lassen soll als Weißbrot. Tut es aber leider nicht. Er möchte jetzt Eiweißbrot testen. :roll: Den Frischkostanteil werden wir weiter erhöhen, wobei der Eiweißanteil für mein Verständnis zu hoch ist, aber da will er leider nicht dran rütteln.
LG
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Laurentia » So 19. Mär 2017, 19:36

Da fallen mir direkt die Erfolgsgeschichten von forks over knives ein. Die Menschen, die bereits Diabetesmedikamente nehmen mussten und sie nach der Ernährungsumstellung verringern oder sogar absetzen konnten. Ich würde das mal als vegane Vollwertkost bezeichnen, was dort propagiert wird.

Kannst du Englisch lesen? https://www.forksoverknives.com/category/success-stories/
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » So 19. Mär 2017, 20:37

Ich hab "Gabel statt Skalpell" als DVD und die China Study im Regal stehen. Mein Mann ist überzeugter Fleischesser und kommt aus einem überzeugten Fleischesser-Haushalt. :roll: Ich bin schon froh, dass es jetzt öfters mal fleischlos geht oder er wenigstens auch mal Fisch isst. Ganz vom Tiereiweiß werde ich ihn nie wegkriegen. Das hab ich mittlerweile aufgegeben. Zumal er ja schon seit Jahren Bluthochdruck hat. Da ist er aber medikamentös gut eingestellt. Ich hab damals schon das Buch von Schnitzer gekauft. Ich habs gelesen, er nicht. Und vom Tiereiweiß kann das ja schon mal gar nicht kommen. Der Mensch braucht Fleisch um gesund zu bleiben. Ja nee, is klar. :?
LG
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon müllerin » Mo 20. Mär 2017, 10:13

Hallo Moony,
ich habe zum Thema schon mal was geshrieben, Erfahrungsbericht sozusagen.
Wie meßt ihr denn die WErte? Also wir bekommen immer nur diese HbA1c Werte, Nüchternzucker also, beim Doc alle 3 Monate.
Momentan sind wir wieder auf 7,0, das ist bedenklich. Es gabe aber sher viele Ereignisse in den letzten Monaten, die nicht nur essenstechnisch sondern auch stressmäßig da reinspielen.
Beim Thema Übergewicht geht es bei meinem mann immer nur um 4-5 Kilo, die einfach nicht purzeln. Dabei ist er so konsequent, aber in den letzten Monaten eben nicht und schwupps gehen die Werte hoch.
Sind die Werte gut, sagt der Doc nur: machen Sie weiter so. Fragt aber nie wie wir es erreicht haben. Jetzt mit 7,0 kam der Hinweis, wenn Sie es nicht schaffen, müssen Sie Tabletten nehmen.
@Joachim, das zu deinem Hinweis: der Arzt wird etwas anderes empfehlen. Die machen sich doch nicht die eigene Kundschaft gesund :(
Einen anderen Arzt kennen wir hier nicht. Wollte schon immer am Diabetes Seminar der GGB teilnehmen, aber nur einmal im Jahr, immer ausgebucht.
Moony, bei uns ist es auch so, dass ich mich kümmere und lese, aber mein Mann zieht echt mit, bis auf Ausnahmen.
Vielleicht magst du mal hier lesen:
viewtopic.php?f=4&t=6558&p=58192&hilit=diabetes#p58192
Viel Erfolg, ihr schafft das, die birgit :thumpup:
>>Live is Mountain not a Beach<<
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » Mi 22. Mär 2017, 21:06

Mein Mann hat bisher nur mit Akku-Check (oder wie das Teil heißt) gemessen. Vorgestern haben wir Eiweißbrot gekauft. Damit kommt er sehr gut zurecht. Der Blutzucker bleibt im Normalbereich. Ich bleib jedoch lieber bei meinen Dinkelvollkorn. :thumpup:
LG
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon LisaLisa » Do 6. Apr 2017, 06:52

Hallo Margot,

kannst du mir bitte von der Ernährung deines Mannes berichten? Das Eiweiß Brot hat ihm sein Blutzucker reguliert??
Habe selber so einen in der Familie, der will aber nicht zum Arzt. Die Tests führt er an sich rum.
LG
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » Do 6. Apr 2017, 17:25

Hallo Lisa,
wir haben festgestellt, dass wenn er statt normalem Brot/Vollkornbrot dieses Eiweißbrot isst, bleibt der Blutzucker im Normalbereicht, während er beim richtigen Brot nach oben schießt. Zucker isst er ja keinen, aber er reagiert sofort auf Brot, Nudeln etc. Kartoffeln geht einigermaßen. Süßkartoffeln sind übrigens auch prima, wirken sich positiv auf den Blutzucker aus. Ansonsten ernährt er sich ganz normal. Halt etwas mehr Rohkost und keinerlei Süß- oder Knabberkram mehr und er geht fast jeden Tag auf den Crosstrainer.
LG
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon LisaLisa » Fr 7. Apr 2017, 13:12

Super, ich danke dir!
Wir backen ab und zu das Eiweiß Brot selber, muss mal das Rezept finden hab es schon lange nicht gemacht. Kommt jetzt über das Wochenende dran.
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » Fr 7. Apr 2017, 13:51

Ich habs auch schon selber gebacken, aber meistens hol ich es beim Bäcker. Der hat wohl ne geeignete Form, da gibts dann schöne runde Brotscheiben. Ansonsten ist das Brot ja ziemlich flach. :mrgreen: Ansonsten hilft nur ausprobieren wie er auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Mein Mann hat ne Studie entdeckt, bei der eine Frau auf Tomaten reagiert hat. Sobald sie Tomaten aß schnellte der Wert nach oben. Verrückt, oder? :shock:
LG
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon sonnenkind » Mo 10. Apr 2017, 11:03

Hallo Moony,
was ist denn in dem Brot vom Bäcker so alles drin würde mich mal interessieren?

Und ich denke es kommt auch auf die Gesamtzusammensetzung der Mahlzeit an bzw wieviel von was- wie Joachim ja schon sagte haben Kartoffeln ja einen sehr viel geringeren Stärkeanteil wenn er also 200g Kartoffeln isst, sind das gerade mal 30g Kohlenhydrate. Meist wird ja vom Brot/Getreide hier ja ANteilig mehr gegessen da es "konzentrierter" ist. Ihr könntet ja mal ausprobieren abzuwiegen und dann zu vergleichen ob die selbe Menge KH aus Kartoffeln den gleichen Effekt hat wie aus Getreide. Desweiteren würde mir noch eine Art allergische Reaktion auf Getreide einfallen die sich entsprechend auswirkt...
Es kommt nicht darauf an, zu erkennen, sondern das Erkannte zu tun

Weisheit von einem Yogiteebeutelpapierchen ;-)
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon LisaLisa » Mo 10. Apr 2017, 19:47

Hallo zusammen,

stimmt, da hilft nur ausprobieren. Jetzt hat er sich Gelee royal besorgt und versucht es damit den Blutzucker zu senken, habt ihr davon was gehört?
besitzt eine Insulin-ähnliche Wirkung. Nach der Einnahme von Gelee Royal werden die Serumzuckerwerte nicht so stark erhöht. Da er ja selbst Tests an sich macht, und nicht zum Arzt will, versucht er alle natürlichen Heilmittel.
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon Moony » Mo 10. Apr 2017, 21:19

Hallo Lisa,
genau so ein Exemplar hab ich hier auch. :thumpup: Gelee Royale haben wir noch nicht probiert, mein Mann testet grade Süßkartoffelpulver. Scheint sogar zu wirken.

Ich hab die Banderole vom Bäckerbrot leider schon entsorgt, mein selbstgebackenes Low-Carb-Brot enthält z.B. Quark, Leinsamen und gemahlenen Mandeln und nur sehr wenig Mehl.
Hab mal gegoogelt: das Brot besteht aus Wasser, Gluten, Sojaeiweiß, Lupineneiweiß, Sojaschrot,Brauner und gelber Leinsamen, Sonnenblumenkerne, Sojamehl, Weizenvollkornmehl, Weizenkleie, Apfelfaser, Hefe, Sesam, Salz, und geröstetes Gerstenmalzmehl.
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Re: Ernährung bei Prädiabetes

Beitragvon LisaLisa » Di 11. Apr 2017, 19:18

Hört sich lecker an!
Ja, bin mal gespannt was es bei meinem Exemplar bringt.
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