Guck mal hier:
http://books.google.de/books?id=9PiBRRFDjWEC&printsec=frontcover&dq=p%C3%A4diatrie+integrativ&hl=de&ei=4VcVTsTaF83u-gaR2rwI&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CC8Q6AEwAA#v=onepage&q&f=false Seite 43-46 (bei mir wird ab 45 nicht mehr angezeigt, aber ich habe das Buch zu Hause)
Interessante Aspekte waren:
- Schmerzen im linken Unterbauch drch Kotknollen, entweder vor der Darmentleerung oder danach (durch gastrokolischen Reflex)- spricht für manuelle Kolikmassage (hast Du es richtig gelernt? Mann muss richtig in den Bauchraum reingehen, oft spürt man den gefüllten Darm/ absteigender Ast richtig gut und kann dann versuchen, den Inhalt vorsichtig "zu schieben", in die richtige Richtung!, um somit den Reflex zur Öffnung des Sphinkters zu beeinflussen. Wichtig noch zur Entspannung: Beine leicht gebeugt halten, um den ZUg auf die Bauchmuskeln rauszunehmen.
- Überlaufsymptomatik: Nach langer Zeit der Stuhlretention verflüssigt sich der Stuhl, riecht faulig...- führt oft zu schmerzhaften und blutenden Analfissuren, kann auch zu unspezifischen Beschwerden wie Appetitlosigkeit oder Erbrechen führen
Auf Seite 44: Therapie:
- Toilettengang zu regelmäßigen Uhrzeiten (nach dem Essen, wg gastrokolischem Reflex)
etc.
ERnährung:
- Vollkornprodukte, Obst, Obstsäfte, Kartoffeln, Quark, Joghurt, Käse
- zu vermeiden (konsequent): Weißmehlprodukte, Süßigkeiten einschl. Kakao und Limo, Bananen, Karotten, Nüsse, Heidelbeeren
- wichtig: Ausreichend Flüssigkeitszuführ (insbesondere, wenn man Leinsamen/Flohsamen gibt!)
Rektale Abführmaßnahmen nur bei deutlicher Stuhlretention (nicht länger, nur über 3-5 Tage)
Komplementäre Medizin:
Pflege und Anregung einer rhythmischen Nahrungsaufnahme (v.a. regelmäßige Hauptmahlzeiten, möglichst eine Suppe auf Basis geschroteten Getreides), definierte und somit feste Zwischenmahlzeiten (Obst, VK-Produkte), keine unkontrollierten Zwischenmahlzeiten
- das ist vielleicht ein Thema für Euch, da Du aus Sorge vielleicht sehr häufig Essen anbietest...
Auch die komplementäre Medizin sagt: Im Akutfall muss kurzfristig ein rektales Abführmittel gegeben werden (Klistier etc)
Phytotherapie:
- morgendliches und nach dem Essen Trinken eines Glases Wasser (zimmerwarm) oder eines sorbithaltigen Fruchtsaftes (z.B. Apfelsaft, Birne) zur unterstützung des gastrokolischen Reflexes
- Zusatz von Haferschleim zur Flaschennahrung (10-20%)
Anthroposophische Medizin:
-verschiedene Mittel zur Unterstützung der rhythmischen Verdauungstätigkeit (Cichorium Radix D1-D3, Hepatodoron, Digestoron), bei Teufelskreis von schmerzhafter Stuhlretention, Analfissur und Verstopfung Mercurialis comp. Suppositorien, bei spastischer Obstipation Nux Vomica/Nicotiana comp. Globuli, Carpellum mali comp. Trit....
In jedem Fall aber entsprechend ärztliche Anweisungen einholen (ggf. anthroposophischer Arzt)
Homöopathie: da steht einiges, zu viel, um es hier abzuschreiben...
Hoffe, es hilft Dir...
EDIT: "Toilettengang zu regelmäßigen Uhrzeiten": hier möchte ich ergänzen, dass es nach Bruker nicht darum geht, den Darm zu "erziehen", in dem man drückt und presst, denn das klappt nicht und führt nur zu mehr Beschwerden. Hier ist denke ich gemeint, dass dieser Reflex genutzt wird und die Gelegenheit gegeben wird, auf der Toilette sich zu "entspannen", wirkt ja manchmal auch über das unbewusste Nervensystem...
Wobei Sophie denke ich mal noch Windeln trägt, oder? Spricht dann umso mehr für Bauchmassage nach dem Essen...
Von meinen Babymassagekursen weiß ich noch, dass einige Eltern von diesen Zäpfchen geschwärmt haben:
http://www.wala.de/presse/pressetexte/?art=74/ Die wirken u.a. denk ich auch allein durch die Tatsache, dass sie im Rektum den Reflex auslösen...
Wärme mag sie gar nicht? Auch nicht ein leicht warmes Kirschkernsäckchen uoder feucht-warme Bauchkompressen oder ein warmes Entspannungsbad?