Vitamin D

Ein Anlaufpunkt für alle, die Mama (oder Papa) werden wollen oder es schon sind. Thema dieses Forums ist die vitalstoffreiche Vollwertkost in Schwangerschaft, Stillzeit und den ersten Jahren bis zur Kindergartenzeit. Natürlich können auch mit der Schwangerschaft verbundene Themen wie Erfahrungsaustausch zu Voruntersuchungen, Kindergarten, Wohlfühlen, Nestbau, Erziehung, usw. diskutiert werden.

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Vitamin D

Beitragvon Lia » So 4. Aug 2013, 17:26

Hallo!

Die Sache mit dem Vitamin D finde ich echt verwirrend und Sorgnis erregend. Nach Absprache mit meiner Hebamme muss ich meiner Tochter keine Vigantoletten geben, wenn sie genügend Sonnenlicht abbekommt. Und im Winter kann ich ihr dann Lebertran geben als natürliche Alternative zu den Tabletten. Aber meine Ärztin hat mich wieder beunruhigt und gemeint, gerade weil meine Tochter auch etwas dunkelhäutiger ist ( ihr Vater ist Afrikaner) kann sie allein durch das Sonnenlicht nicht genügend Vitamin D bilden. Ich gebe zu, dass ich nicht allzu lange mit ihr spazieren gehe. So längstens 1 1/2 bis 2 Stunden und da ich in Berlin wohne, geht es dann halt wieder nach hause. Und jeden Tag in den Park schaffe ich nun leider auch nicht zu gehen. Aber am Wochenende sind wir vermehrt an der frischen Luft, wenn wir bei meinen Eltern im Garten sind. Nach dem ganzen Vorgeplänkel komme ich nun zum Punkt: Wie habt ihr anderen Eltern das gehandhabt? Habt ihr einen Rat? Ich bin wirklich verunsichert und kurz davor ihr nun doch diese Tabletten zu geben. Schließlich will ich keine Rachitis riskieren. Ich suche hier keinen medizinischen Rat, sondern möchte den Standpunkt anderer Eltern erfahren, die sich vollwertig ernähren. In meinem Bekanntenkreis kennt nämlich niemand die vitalstoffreiche Vollwertkost nach Dr. Bruker und kaum jemand versteht mich und meine Bedenken....


LG
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Re: Vitamin D

Beitragvon Marita » So 4. Aug 2013, 18:50

Hallo Lia,

Fast alle gestillten Kinder bekommen keine Rachitis, bei Naturvölkern ist die Erkrankung unbekannt.
Weil in Muttermilch alle biologischen Wirkstoffe enthalten sind, kann der Säugling hervorragend
wachsen und gedeihen.Sie ist das ideale Lebensmittel.
Durch Analysen ist nachgewiesen, dass Muttermilch genügend Vitamin D enthält.
Durch die intensive Werbung für Vitaminpräparate werden auch Ärzte beeinflusst.
Ein Zuviel an Vitamin D kann zu Kalkablagerungen in Geweben führen.

VG Marita
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Re: Vitamin D

Beitragvon Joachim » So 4. Aug 2013, 18:59

Hallo Lia,

Die Sache mit dem Vitamin D finde ich echt verwirrend und Sorgnis erregend.


Regel 1: Die Natur macht keine Fehler
Regel 2: Wenn sie scheinbar doch welche macht, irrt der Mensch.
:mrgreen:

Nach Absprache mit meiner Hebamme muss ich meiner Tochter keine Vigantoletten geben, wenn sie genügend Sonnenlicht abbekommt. Und im Winter kann ich ihr dann Lebertran geben als natürliche Alternative zu den Tabletten.


Die Menschheit lebt schon seit hunderttausenden von Jahren. Es war offensichtlich nicht notwendig, regelmäßig die Leber diverser Fische auspressen und das so gewonnenn Öl zu trinken, um so weit zu kommen. Wenn es heute also zu Vitamin D Mangelkrankheiten kommt (tut es das?), dann deshalb, weil der Mensch einen Fehler macht und wieder mal sein Vehikel entgegen der Gebrauchsanweisung verwendet. ;)

Im Fall des Vitamins D wäre das mit Sicherheit zuwenig Sonnenbestrahlung, vor allem durch übetriebenen Sonnenschutz bzw. Kleidung.

Aber meine Ärztin hat mich wieder beunruhigt und gemeint, gerade weil meine Tochter auch etwas dunkelhäutiger ist ( ihr Vater ist Afrikaner) kann sie allein durch das Sonnenlicht nicht genügend Vitamin D bilden.


Die Melanin produzierenden Zellen, die Melanozyten, liegen in der Basalzellschicht, also unterhalb bzw. inmitten der Hautschichten, in denen das Vitamin D produziert wird. Die dunkle Haut kann daher die Vitamin D Produktion imho gar nicht stören.

Wie habt ihr anderen Eltern das gehandhabt?


Unsere Kinder haben keine Vitamin D Präparate bekommen. Etliche Lebensmittel enthalten Vitamin D, bspw. Pilze, Avocados, Butter, Sahne, auch wenn der Gehalt unter den Zufuhrempfehlungen liegt. Aber offiziell enthält ja auch die Muttermilch nicht genügend Vitamin D, um den Säugling zu versorgen. Offenbar hat die Natur da also einen Fehler gemacht... siehe oben... ;)

Habt ihr einen Rat? Ich bin wirklich verunsichert und kurz davor ihr nun doch diese Tabletten zu geben. Schließlich will ich keine Rachitis riskieren. Ich suche hier keinen medizinischen Rat, sondern möchte den Standpunkt anderer Eltern erfahren, die sich vollwertig ernähren.


Ich habe es immer abgelehnt, mich von irgendwelchen Institutionen oder Medien in Angst versetzen zu lassen. Unsere Kinder sind auch ohne Vitamin D Präparate (und auch ohne irgendwelche anderen Präparate) pumperlgesund aufgewachsen. Wir achten eben auf eine vitalstoffreiche Ernährung und dass sie sich regelmässig in der freien Natur bewegen.
Liebe Grüße,

...Joachim

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Re: Vitamin D

Beitragvon Sternanis » So 4. Aug 2013, 21:19

Hallo Lia,

kann deine Bedenken gut verstehen, mir ging es ähnlich. Mein Kind ist im Winter geboren und ich habe kein Vitamin D gegeben. Ich war jeden Tag mindestens eine Stunde im Freien und habe gestillt. Wenn du in der Suchfunktion den Begriff "Vitamin D" eingibst, wirst du weitere Meinungen finden.

Alles Gute und viele Grüße
Liv
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Re: Vitamin D

Beitragvon Lia » Mo 5. Aug 2013, 21:49

Vielen Dank für eure Antworten!

Sternanis hat geschrieben: Wenn du in der Suchfunktion den Begriff "Vitamin D" eingibst, wirst du weitere Meinungen finden.


Ich habe es schon mehrmals versucht, aber habe nichts dazu hier gefunden.... :|
Eure Beiträge bestärken mich in meinem Denken, aber wenn möglich, würde ich euch gerne noch weiter zu diesem Thema "ausquetschen"... :? :P

Sternanis hat geschrieben:
kann deine Bedenken gut verstehen, mir ging es ähnlich. Mein Kind ist im Winter geboren und ich habe kein Vitamin D gegeben. Ich war jeden Tag mindestens eine Stunde im Freien und habe gestillt.



Bist du denn auch im Winter regelmäßig im Freien gewesen? Das Kind ist doch dann so gut wie vollständig mit Kleidung bedeckt. Bringt es denn da wirklich etwas? Hattest du es mit der Kinderärztin abgesprochen, dass du keine Vitamin D Tabletten gibst? Die Ärztin fragt mich ständig, ob ich ihr auch "brav" die Tabletten gebe. Ich habe mich, aus Angst als eine verantwortungslose Mutter hingestellt zu werden, bisher nicht getraut ihr zu sagen ,dass ich auf die Tablettengabe verzichte. Ich war extra beim Homöopathen, weil ich glaubte dort bessere Betreuung zu erhalten, aber dort wurden mir gleich schlimme Rachitisfälle an den Kopf geworfen, sodass ich wieder verunsichert war.

Joachim hat geschrieben:Unsere Kinder haben keine Vitamin D Präparate bekommen. Etliche Lebensmittel enthalten Vitamin D, bspw. Pilze, Avocados, Butter, Sahne, auch wenn der Gehalt unter den Zufuhrempfehlungen liegt. Aber offiziell enthält ja auch die Muttermilch nicht genügend Vitamin D, um den Säugling zu versorgen. Offenbar hat die Natur da also einen Fehler gemacht... siehe oben... ;)
.


Deine Meinung teile ich voll und ganz. Ich selber verstehe ja auch nicht wirklich wie die Natur es nicht eingerichtet haben soll, dass wir nicht mit allen lebensnotwendigen Stoffen versorgt sind und somit zusätzliche Vitaminpräparate benötigen sollen, aber ich kann mir einfach schwer vorstellen, dass das Rachitisproblem bei Kindern neben dem übertriebenen Sonnenschutz mit ihrer Ernährung zu tun haben soll. Oder wie kann ich das verstehen?

Joachim hat geschrieben:
Die Menschheit lebt schon seit hunderttausenden von Jahren. Es war offensichtlich nicht notwendig, regelmäßig die Leber diverser Fische auspressen und das so gewonnenn Öl zu trinken, um so weit zu kommen. Wenn es heute also zu Vitamin D Mangelkrankheiten kommt (tut es das?), dann deshalb, weil der Mensch einen Fehler macht und wieder mal sein Vehikel entgegen der Gebrauchsanweisung verwendet. ;)

Im Fall des Vitamins D wäre das mit Sicherheit zuwenig Sonnenbestrahlung, vor allem durch übetriebenen Sonnenschutz bzw. Kleidung.
.


Und wie habt ihr es im Winter gehandhabt?

Marita hat geschrieben:
Fast alle gestillten Kinder bekommen keine Rachitis, bei Naturvölkern ist die Erkrankung unbekannt.
Weil in Muttermilch alle biologischen Wirkstoffe enthalten sind, kann der Säugling hervorragend
wachsen und gedeihen.Sie ist das ideale Lebensmittel.
Durch Analysen ist nachgewiesen, dass Muttermilch genügend Vitamin D enthält.


Die Ärztin meinte zu mir, dass ich selbst wahrscheinlich schon an Vitamin D Mangel leide und somit auch über die Muttermilch zu wenig zu meiner Tochter gelangt....
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Re: Vitamin D

Beitragvon Tine » Mo 5. Aug 2013, 22:17

Hallo Lia,

wenn du deinen Vitamin-D-Spiegel wissen möchtest, mach doch einfach einen Test! Der sollte von deiner KK auch bei Schwangerschaft auf alle Fälle bezahlt werden.

Ich kann nur sagen, dass ich einen sehr starken Mangel hatte. Obwohl ich relativ viel draußen bin, soweit es eben in der Berufstätigkeit geht. Mittags immer eine halbe Stunde draußen spaziert, am Wochenende auch gerne draußen, keine Sonnencreme. Trotzdem hatte ich im März einen extrem niedrigen Spiegel. Hatte mich dann mit dem Thema beschäftigt und das Buch "Gesund in 7 Tagen" gelesen - der Titel ist reißerisch, aber das Buch sehr fundiert und überzeugend. Wir können hier in den nördlichen Breiten nur zwischen April und Ende September überhaupt Vitamin D bilden. Bevorzugt in der Mittagszeit, und dann aber großflächig nackt und natürlich ohne Sonnencreme. Ich schaffe das nicht. Rauchen und Übergewicht führen übrigens zu einem erhöhten Vitamin-D-Bedarf (trifft bei mir aber alles nicht zu). Bei mir hat der Mangel zu etlichen Symptomen geführt, der offensichtlichste war meine Infektanfälligkeit. Ich habe dann aufgesättigt und mir ging es innerhalb kürzester Zeit deutlich besser. Mein Mann hat ebenfalls testen lassen und einen deutlichen Mangel, seine Tochter, auch dunkelhäutig wie deine (schwarze Mama), ebenfalls.

Klar hat die Natur keinen Fehler gemacht. Aber die Natur hat uns in Afrika "ausgesetzt", sie hat uns keine Klamotten angezogen, keine Häuser gebaut und uns nicht in Berufe gesteckt, wo wir den allergrößten Teil des Tages in Innenräumen verbringen. Rachitis wiederum ist eine Krankheit, die es früher tatsächlich häufiger gegeben hat (und ich schätze mal, damals waren die Menschen noch viel öfter draußen als wir heute!).

Ich weiß, hier im Forum ist man ziemlich kritisch, was Ergänzungen angeht. Das kann ich auch verstehen, da viele Menschen meinen, damit ungesunde Lebensweisen ausgleichen zu können. Aber ich bin da mittlerweile etwas anderer Meinung, vor allem in Bezug auf Vitamin B12 bei tiereiweißfreier Ernährung und bei Vitamin D. B12 substituieren hier einige im Forum, aber kaum einer spricht darüber. In unseren Breitengraden genügend Vitamin-D aufzunehmen, so dass man auch einigermaßen gut über den Winter kommt, ist mit sehr viel "Aufwand" verbunden. Du musst im Sommerhalbjahr eigentlich jeden Sonnentag nutzen, um unbekleidet in der Mittagssonne mindestens eine halbe Stunde pralle Sonne abzubekommen. Übrigens wird ja oft gesagt, die Inuit hätten so eine hohe Osteoporoserate wegen des Konsums an tierischem Eiweiß. Ich glaube mittlerweile, dass der Vitamin-D-Mangel, unter dem sie leiden werden, einen nicht unerheblichen Anteil an der Osteoporose hat. Das ist nämlich eine der Spätfolgen.

Einen Test machen zu lassen ist kein Problem und dann weißt du, ob du ausreichend Vitamin D hast. Und dann kannst du ja entscheiden, wie du weiter vorgehen möchtest.

Viele Grüße
Tine
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Re: Vitamin D

Beitragvon Sternanis » Mi 7. Aug 2013, 21:39

Hallo Lia,

es ist nicht leicht für ein Kind Entscheidungen zu treffen und gerade in solchen Fällen gibt es keine Patentlösung. Was bei dem einen ausreicht ist vielleicht bei einem anderen zu wenig.

Ich hatte mich nach Absprache mit meiner Hebamme, meiner Frauenärztin, den Infos aus dem Forum hier und meinem Bauchgefühl gegen die Vitamin D – Gabe entschieden. Der Kinderarzt hat die Tabletten zwar verschrieben aber nicht weiter nachgefragt.

Jeder handhabt das auch unterschiedlich: Eine Freundin hat nur eine Tablette gegeben wenn sie nicht draußen war, eine andere Freundin hat den Winter durch nur eine halbe Tablette gegeben. Eine Bekannte ist bei einem anthroposophischen Kinderarzt. Sie hat in Absprache keine Tabletten gegeben dafür es gab alle vier Wochen eine Untersuchung.

Alles Gute
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Re: Vitamin D

Beitragvon Joachim » Do 8. Aug 2013, 07:37

Hallo Tine,

der Titel ist reißerisch, aber das Buch sehr fundiert und überzeugend.


Erklärt er darin auch die Folgen einer Überdosierung? Zuviel Vitamin D führt nämlich zu Nierenschäden, Kalkablagerungen und Osteoporose. Das musste man in den 60er Jahren schon erkennen, weil es bei der Vitamin D Prophylaxe bei Säuglingen häufig auftrat.

Wir können hier in den nördlichen Breiten nur zwischen April und Ende September überhaupt Vitamin D bilden. Bevorzugt in der Mittagszeit, und dann aber großflächig nackt und natürlich ohne Sonnencreme.


Und du bist sicher, daß er das nicht nur deshalb schreibt, weil er seine Vitamin D Therapie am Leben halten möchte? Gibt es in dem Buch zu dieser Aussage nähere Informationen? Nebenbei bemerkt: Es ist nicht das sichtbare Sonnenlicht, das die Vitamin D Bildung anregt, sondern das UV Licht. Das kommt auch durch Wolken und dünne Stoffe.

Klar hat die Natur keinen Fehler gemacht. Aber die Natur hat uns in Afrika "ausgesetzt", sie hat uns keine Klamotten angezogen, keine Häuser gebaut und uns nicht in Berufe gesteckt, wo wir den allergrößten Teil des Tages in Innenräumen verbringen. Rachitis wiederum ist eine Krankheit, die es früher tatsächlich häufiger gegeben hat (und ich schätze mal, damals waren die Menschen noch viel öfter draußen als wir heute!).


Was uns zu der Frage bringt, wo die Rachitis heute ist? Die industrialisierten Menschen sind heute weniger an der Sonne als früher, trotzdem gibt es nicht mehr, sondern weniger Rachitis bzw. D-Hypovitaminosen. Das Sonnenlicht kann es also nicht sein. Was sich geändert hat, ist aber die Ernährung und das paßt auch wesentlich besser ins Bild.

Dass der Mensch aus Afrika stammt, ist eher unbedeutend, da Menschen schon seit zehntausenden von Jahren auch sonnenarme und kalte Regionen der Erde bevölkern. Ein Überleben dort wäre nie möglich gewesen, wenn Vitamin D "nur in der Mittagszeit, und dann aber großflächig nackt und natürlich ohne Sonnencreme" gebildet werden könnte.

In unseren Breitengraden genügend Vitamin-D aufzunehmen, so dass man auch einigermaßen gut über den Winter kommt, ist mit sehr viel "Aufwand" verbunden. Du musst im Sommerhalbjahr eigentlich jeden Sonnentag nutzen, um unbekleidet in der Mittagssonne mindestens eine halbe Stunde pralle Sonne abzubekommen.


1. Das macht keiner
2. Trotzdem kein Anstieg der Rachitis oder anderer D-Hypovitaminosen.

Übrigens wird ja oft gesagt, die Inuit hätten so eine hohe Osteoporoserate wegen des Konsums an tierischem Eiweiß. Ich glaube mittlerweile, dass der Vitamin-D-Mangel, unter dem sie leiden werden, einen nicht unerheblichen Anteil an der Osteoporose hat. Das ist nämlich eine der Spätfolgen.


Die Inuit aßen ständig fettreichen (und damit Vitamin D reichen) Fisch. Eine Überversorgung mit Vitamin D führt zur Osteoporose. Also war das die Ursache. Du siehst, man kann das auch anders herum sehen... :mrgreen:

Einen Test machen zu lassen ist kein Problem und dann weißt du, ob du ausreichend Vitamin D hast. Und dann kannst du ja entscheiden, wie du weiter vorgehen möchtest.


Solche Tests sind eine Momentaufnahme eines hochdynamischen, sich selbst regulierenden Systems. Ein Wert, der gerade als niedrig ermittelt wurde, kann eine Stunde später schon zu hoch sein und umgekehrt. Es macht keinen Sinn, Therapien nur auf Basis eines isolierten Wertes auszulösen und schon gar keinen Sinn macht es, symptomatisch den Wert mit Präparaten in einen Normbereich zu zwingen, von dem vermutet(!) wird, dass er für einen gesunden Menschen gilt. Wenn echte Beschwerden vorliegen (und nur dann) ist eine Therapie angezeigt und diese Therapie muss immer ein Abstellen der eigentlichen Ursache beinhalten.

Um es nochmal ganz deutlich zu sagen: Die Verwendung von isolierten Präparaten bringt grundsätzlich das Regulationssystem des Organismus durcheinander und führt zwingend zu einem Mangel an allen anderen Vitalstoffen, die nötig sind, um das Isolat zu verarbeiten. Gerade fettlösliche Vitamine (E,A,D,K) sind bezüglich Überdosierungen sehr kritisch und speziell die Überdosierung von Vitamin D führt zu Nierenschäden, Verkalkungen und Osteoporose. Die Einnahme von Präparaten sollte daher, wenn überhaupt, ausschließlich im Rahmen einer kurzzeitigen Therapie durch den behandelnden Arzt verordnet werden. Nur, weil Nahrungsergänzungen heute frei verkäuflich in jedem Supermarkt stehen, bedeutet das nicht, dass man sich damit nicht die Gesundheit ruinieren kann.
Liebe Grüße,

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Re: Vitamin D

Beitragvon trientje » Fr 16. Aug 2013, 08:47

bei dieser frage ist sich sogar mein ganzheitlich arbeitender arzt nicht sicher.
ich gebe nicht regelmässig vitamin d. nur wenn wir mehrere tage hindurch sehr schlechtes wetter hatten und wir kaum draussen waren, bekommt er eine tablette. hat etwa 5 stück in 6 monaten bekommen. täglich halte ich auch für überdosiert-allerdings:
mein arzt hatte nämlich schon einen rachitis fall - es war das dritte kind und alle drei kinder hatten kein vitamin d bekommen, waren aber täglich mittags lange draussen. bei kind drei fehlte die zeit dazu- es kam zur rachitits. woran kann es sonst gelegen haben wenn man mal davon ausgeht dass alle drei kinder einer mutter ansonsten dieselbe versorgungslage haben?
sei du die veränderung, die du dir in der welt wünschst....ich versuch's :-)
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Re: Vitamin D

Beitragvon kekks » Mi 12. Aug 2015, 03:28

Tine hat geschrieben:wenn du deinen Vitamin-D-Spiegel wissen möchtest, mach doch einfach einen Test! Der sollte von deiner KK auch bei Schwangerschaft auf alle Fälle bezahlt werden.



Mit solchen Test sollte man immer vorsichtig sein! Sie sind darauf ausgelegt etwa 98% aller Menschen vor einer Unterversorgung zu schützen, nicht aber vor einer Überversorgung. Wir sind alle so Grund verschieden. Das was für den einen ein Mangel sein kann, kann für den anderen kein Mangel sein. Wir sind auch nicht alle 1,75 cm groß. Es gibt Leute mit 2m und andere mit nur 1,50 cm. Und alles ist normal. Es gibt Leute mit einer Körpertemperatur von durchschnittlich 38°C. Und vieles mehr. Man wird heute versucht von den Ärzten in enge Schubladen gepresst zu werden, in die viele nicht hinein passen. Wer nicht passt, soll doch gefälligst viele Pillen schlucken...
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Re: Vitamin D

Beitragvon kekks » Fr 14. Aug 2015, 20:39

trientje hat geschrieben:bei dieser frage ist sich sogar mein ganzheitlich arbeitender arzt nicht sicher.
ich gebe nicht regelmässig vitamin d. nur wenn wir mehrere tage hindurch sehr schlechtes wetter hatten und wir kaum draussen waren, bekommt er eine tablette. hat etwa 5 stück in 6 monaten bekommen. täglich halte ich auch für überdosiert-allerdings:
mein arzt hatte nämlich schon einen rachitis fall - es war das dritte kind und alle drei kinder hatten kein vitamin d bekommen, waren aber täglich mittags lange draussen. bei kind drei fehlte die zeit dazu- es kam zur rachitits. woran kann es sonst gelegen haben wenn man mal davon ausgeht dass alle drei kinder einer mutter ansonsten dieselbe versorgungslage haben?


Nach wenigen Tagen muss man noch nichts geben. Vitamin D kann etwa 3 Monate im Körper gespeichert werden. Geht man so oft es geht hinaus (hat also volle Speicher), kann man sich auch mal erlauben, einige Tage in der Wohnung zu bleiben und wochenlange dunkle Wintertage zu durchstehen. Man sollte auch im Winter ab und zu hinaus, damit der Speicher nicht bis zur Grenze geleert wird. Am Besten im Winter die Mittagssonne nutzen, da dann die UV-Strahlung am höchsten ist.

Mich wundert es, dass das Kind so gut wie nie hinaus kam. Nicht zu Hause oder auch nicht in der Kita. Wenn die Mutter das Kind zu Hause betreute, muss sie Arbeistlos gewesen sein und folglich auch Zeit gehabt haben, mit ihm hinaus zu gehen. Ging das Kind in die Kita, wird es sicherlich auch fast jeden Tag hinaus gegangen sein.
Rachitis kann auch andere Ursachen haben zb die angeborene: https://de.wikipedia.org/wiki/Rachitis
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Re: Vitamin D

Beitragvon trientje » Di 25. Aug 2015, 14:47

Hallo Keks,
Danke für die Antwort!
sehe ich inzwischen genauso. Mein Arzt hat mir die Tropfen (ohne Laktose) zwar empfohlen, aber da wir wirklich viel draußen sind, ich ihn lange gestillt habe - ist die Flasche jetzt nach 2,5 Jahren noch fast voll…. Hin und wieder kriegt er in den Wintermonaten Nov.-April. ein paar Tropfen….. aber ich glaub die sind eher für´s Gewissen, weil sich halt die Fachwelt nicht einig ist ;-)
sei du die veränderung, die du dir in der welt wünschst....ich versuch's :-)
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Re: Vitamin D

Beitragvon eleni24 » Mi 26. Aug 2015, 09:37

Hallo Lia,
lies dir mal diesen Artikel zu Vitamin D durch! Auf S. 4 geht es los! http://www.tisani-verlag.de/Sanft-ins-Leben-2.pdf
LG
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Re: Vitamin D

Beitragvon kekks » Do 3. Sep 2015, 20:42

Interessanter Artikel. Nicht nur Seite 4. Wenn ich daran denke, dass ich bei meinem ersten Kind noch diese ganzen Standards aus purem Unwissen und Angst mitgemacht hatte... :?
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Re: Vitamin D

Beitragvon Sabrina84 » Mo 30. Nov 2015, 01:01

Ich möchte gern hierzu auch etwas schreiben, da mein Sohn leider tatsächlich eine floride Rachitis entwickelt hat.
Wir haben kein Vitamin D gegeben. Mein Junge ist gerade 2 Jahre alt geworden und zeigte schon länger gewisse Auffälligkeiten, die wir im Nachhinein natürlich wiedererkennen, aber bei denen wir am Anfang (und vor allem beim ersten Kind) nicht so drauf geachtet haben. Unter anderem bekam er erst spät seine Zähne, fing spät an zu krabbeln und laufen und hat fast seit Anfang an starke O-Beine. Seit er frei läuft (seit ca. einem halben Jahr) sind diese O-Beine auch stetig schlimmer geworden.
Ende Mai waren wir aufgrund des Nicht-Laufens bereits einmal bei einem Kinderorthopäden zur Abklärung, der meinem Sohn allerdings nur Faulheit unterstellt hat und meinte, da sei nichts. Jetzt wissen wir natürlich, dass das eine klare Fehldiagnose war. Weil das Gangbild immer auffälliger wurde, sind wir also vor einigen Wochen noch einmal zu einer anderen Orthopädin gegangen, die die Rachitis sofort in den Raum geworfen hat; ein Röntgenbild samt Blutanalyse hat das deutlich bestätigt.
Mein Sohn ist ein Novemberkind, wurde 14 Monate gestillt (die ersten sechs davon voll) und wir waren oft mit ihm draußen, im Garten durfte er im Sommer auch viel nackt und uneingecremt spielen. Er aß bis vor Kurzem so gut wie täglich Frischkornbrei, aber nicht komplett vollwertig (ist, da er in die Kita geht, leider nicht zu machen).
(Und bevor die Frage kommt, warum ich nicht länger gestillt habe: Er hat sich selbst abgestillt, da aufgrund erneuter Schwangerschaft die Milch nicht mehr schmeckte.)
Jetzt bekommt er hohe Dosen Vitamin D und Calcium und wir hoffen, dass wir die Rachitis damit wieder vollständig ausheilen können.
Natürlich können wir jetzt viel spekulieren, woran es genau lag, dass er die Rachitis entwickelt hat. Ob es wirklich daran lag, dass ich mich (auch wegen dieses Threads hier) gegen die Prophylaxe mit Vigantolöl entschieden habe. Ob ich ihn doch einfach komplett falsch ernährt habe trotz selbstgemachten Breis und viel Frischkost. Ob ich trotz allem zu wenig mit ihm draußen war. Da spielen selbstverständlich auch Schuldgefühle meinerseits mit rein. Aber wir werden jetzt erst mal alles tun, um gegen diese Krankheit anzugehen und habe gerade die Gabe des Vitamin Ds nochmal überdenken müssen. Da ich meinen zweiten Sohn noch voll stille (jetzt fast 5 Monate alt), versorge ich mich selbst mit Vigantoletten und gebe die Tropfen.
(Die Vollwertige Ernährung nach Bruker haben wir, so muss ich zugeben, schon vor einiger Zeit zum Großteil wieder aufgegeben, weil es einfach zu kraftraubend, zeitraubend und zermürbend für uns war, aber das ist ein völlig anderes Thema, das ich auch nicht näher erörtern möchte. Mir liegt nur daran, unseren Fall zu schildern und damit vielleicht doch nochmal Denkanstöße in Richtung Vitamin D zu geben. Mir scheint einfach, als sei doch nicht alles an Prophylaxe der Schulmedizin so verkehrt.)
Sabrina84
 
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